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Metall im GaLaBau: Grenzenlose Gestaltungsfreiheit
Gerade bei der Gestaltung moderner Gärten sind Metalle beliebte Partner von Holz, Naturstein und Pflanzen. Doch muss ein Gärtner deshalb auch noch Metallbauer werden? Nein, meinen wir. Es gibt mittlerweile eine Reihe toller Metallbaubetriebe, die sich als Partner des Landschaftsbaus anbieten. Ein paar von ihnen werden in DEGA GALABAU 1/2012 vorgestellt.
Man kann es gießen, man kann es schmieden, es lässt sich drehen, biegen, schneiden, bohren und lasern. Kaum ein Werkstoff ist so vielfältig wie Stahl. Kein Wunder, dass er auch bei der Gestaltung von Gärten zum unverzichtbaren Bestandteil geworden ist: als dauerhafter Edelstahl, rostiger COR-TEN-Stahl (auch: Corten-Stahl) oder verzinkter Konstruktionsstahl.
COR-TEN und Edelstahl im Trend
Besonders beim Abfangen von Gefälle, beim Einfassen von losen Materialien und Wasser oder bei der Errichtung von Pergolen, Zäunen und Gartenhäusern bietet Stahl eine breite Palette von Möglichkeiten. Zwar gibt es auch noch andere Metalle oder Metallverbindungen, die sich in die Gestaltung einbinden lassen; etwa Aluminium, Kupfer, Messing oder Bronze. Wenn es um Metall im Garten geht, geht es aber zu 99 % um Stahl; also um veredeltes Eisen.
Dabei hat das Eisen in der Gartengestaltung eine lange Tradition; besonders in Form hochwertiger Zäune oder als Baustoff für Rosenbögen, Rankgitter und Gewächshäuser. Zumeist kam dabei Schmiedeeisen oder Gusseisen zum Einsatz. Beides ist selten geworden. Dafür sind COR-TEN- und Edelstahl beliebte Baustoffe bei der Gestaltung moderner Gärten geworden. Besonders das rotbraune COR-TEN (zusammengesetzt aus den Vorsilben der englischen Begriffe für Rostresistenz (COR) und Zugfestigkeit (TEN)), ein witterungsbeständiger Stahl mit Kupfer-, Phosphor-, Silizium-, Nickel- und Chromzuschlägen in der Legierung, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Er passt sowohl zu moderner Gestaltung, wirkt aber wegen seiner warmen Ausstrahlung auch in naturnahen oder historischen Anlagen. In entsprechender Stärke und richtig eingebaut ist er fast unbegrenzt haltbar und lässt sich zugleich in allerlei Formen bringen. Selbst auf engstem Raum lassen sich konstruktive Lösungen finden, wie kein anderer gängiger vergleichbar stabiler Baustoff es ermöglicht. Abfangen und Einfassen auf engstem Raum, Treppen und Stufen, Sichtschutz oder der Bau von Becken und Pflanzbehältern; alles das macht Stahl und ganz besonders COR-TEN möglich. Dabei bilden COR-TEN-Stähle durch Bewitterung unter der eigentlichen Rostschicht eine besonders dichte Sperrschicht aus fest haftenden Sulfaten oder Phosphaten, welche das Bauteil vor tiefer gehendem Rostfraß schützt. Man unterscheidet zwischen besonders wetterfestem Corten A und Corten B, das sich besser schweißen und umformen lässt. Wird es baukonstruktiv richtig verwendet – also wie Holz mit besonderer Berücksichtigung der Problemzonen an der Trennschicht von Boden und Luft sowie von Bereichen, in denen sich Schwitzwasser bildet –, ist den aus COR-TEN gestalteten Elementen ein langes Leben beschieden.
Noch ausdauernder ist Edelstahl – zumindest, wenn ein Material mit der richtigen Werkstoffnummer verwendet wird. Allerdings passt Edelstahl nicht in jeden Garten. Die kühle, architektonische Wirkung des Materials passt besonders zu moderner Architektur, zu ähnlich kühlem Naturstein wie Granit oder zu Beton. Auch der Kontrast zu Holz kann reizvoll sein. In Form von Rohren oder Stangen lässt sich das Material sogar in Kombination mit weniger aufwendig bearbeitetem Holz verwenden – etwa in Spalieren, als aufwertendes Element.
Es ist nicht alles Edelstahl, was glänzt, und nicht jeder Edelstahl ist rostfrei. Denn „Edelstahl“ ist ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe hochreiner Stähle, legierte und unlegierte. Außerdem entscheidet die Materialstärke erheblich über die Qualität. Insgesamt ist der Kauf von Edelstahl und Edelstahlprodukten also Vertrauenssache.
Der Schlosser oder Metallgestalter als Partner
Und weil Vertrauen besonders gut in Partnerschaften gedeiht, bieten sich Schlosser und Metallgestalter auch als Partner des GaLaBaus an. Je umfangreicher dabei deren Kompetenzbereich ist, desto größer ist auch die Möglichkeit, bei der Gestaltung des Gartens die besondere Lösung zu finden. Schließlich bestimmen das Know-how und die technische Ausstattung des Metallbaubetriebes über die Bandbreite der Materialien und Bearbeitungstechniken. Die Fähigkeiten etwa, mit dem Laser am Computer entworfene Motive auf den Stahl zu übertragen oder den Stahl mit farbigen Oberflächen zu vergüten, lassen am Ende fast alles möglich werden.
Viele Metallgestalter haben deshalb auch von sich aus den Garten entdeckt. Leute wie Peter Unterrainer (siehe S. 26), der Heidenheimer Kunstschmied Alexander Mai, der schweizerische Tüftler Walter Dobler (siehe www.dega-galabau.de, Webcode dega2186) oder Bernd Voltmann und Annette Berenbrink aus dem ostwestfälischen Rietberg, die mit ihrer Firma MECONDO attraktive Corten-Stahl-Elemente entwickelt haben, bieten Landschaftsgärtnern sowohl fertige Ausstattungselemente als auch individuelle Sonderanfertigungen. Der Vorteil dieser Firmen: Sie verfügen schon über Garten-Know-how und bieten deshalb eine gute Basis, auch individuelle Gestaltungswünsche umzusetzen. Wie gut das funktionieren kann, zeigt die FMH (siehe S. 20,) bei der der Gärtner nach anfänglicher Partnerschaft am Ende sogar Gesellschafter geworden ist. Auch bei der Firma Balzer im hessischen Dautphetal (siehe dega1972) hat die Nähe zur Gestaltung und zum Metallbau dazu geführt, dass der Landschaftsbaubetrieb am Ende selbst zum Anbieter von Ausstattungselementen aus Metall geworden ist.
Am Ende kann man mit Stahl nicht nur besonders schöne, sondern auch besonders dauerhafte und besonders pflegeleichte Gärten bauen. Und das ist doch etwas, was bei den meisten Kunden ganz oben auf der Agenda steht.
Tjards Wendebourg, in DEGA GALABAU, Ausgabe 1/2012
(c) DEGA GALABAU online, 20.12.11
