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Studenti Bolognese

Das hat die arme Stadt nicht verdient. Damals war Bologna wahrscheinlich noch stolz, Gastgeber jenes Gremiums aus 29 europäischen Bildungsministern gewesen zu sein, das den nach ihr benannten Prozess 1999 mit gleichnamiger Erklärung in Gang gesetzt hat. Jenen Prozess, der die Studienabschlüsse mindestens europaweit harmonisieren und für grenzüberschreitende Durchlässigkeit des Studiums sorgen sollte. Heute, da niemand mehr mit den Ergebnissen zufrieden ist, werden sich die Stadtväter wahrscheinlich wünschen, dass der „Bologna-Prozess“ in „Palermo-Prozess“ umgetauft wird.

Zwar ist jetzt auf dem Papier alles miteinander kompatibel und in der Theorie kann jeder junge Europäer während seines Studiums von einem Land in ein anderes wechseln. Aber abgesehen von der Frage, ob sich das in der Praxis nicht ganz anders darstellt, bleibt die Tatsache bestehen, dass die meisten Studenten das wahrscheinlich gar nicht wollen. Im Gegenzug müssen sie aber einen Haufen Nachteile in Kauf nehmen. Und auch die Begeisterung der Wirtschaft wird sich in Grenzen halten – denn am Ende werden mehr halbschlecht als halbgut ausgebildete Absolventen die Hochschulen verlassen.

Der GaLaBau bietet da ein schönes Beispiel. Schließlich war es ja nicht so, als wären zu Diplomzeiten scharenweise gut ausgebildete Fachleute auf den Markt gedrängt. Ein Großteil der Absolventen ist schon damals eher praxisfern ins Berufsleben gestartet. Und das zum überwiegenden Teil als Abgänger von Fachhochschulen, denen man ja gemeinhin Praxisnähe attestiert. Schwächen in Pflanzenkenntnis, Bautechnik, Betriebswirtschaft und Beratungskompetenz waren gerade jenseits von Freising oder Osnabrück häufig von Unternehmern diagnostizierte Defizite. Wer ist da wohl auf die Idee gekommen, dass sich diese Defizite mit einer Verkürzung der Studienzeit verringern ließen?

So wundert es nicht, dass jetzt die ersten Hochschulen das Diplom wieder einführen wollen. Denn gerade für Deutschland war der „Diplom-Ingenieur“ ein Exportschlager und ein Markenzeichen für Qualität. Da wäre es nicht verwunderlich, wenn dieser „Dipl.-Ing.“ auch in Landschaftsbau und Landschaftsarchitektur zurückkehren würde. Gerade im GaLaBau braucht es weder wissenschaftlich denkende Master, noch halbdiplomierte Bachelors, sondern zupackende Ingenieure, die als zukünftige Führungskräfte Fachwissen, Betriebswirtschaft und Personalführung miteinander in Einklang bringen können. Statt also die Abschlüsse mit Gewalt zu vereinheitlichen, wäre es besser, die Bildungslandschaft dem Bedarf anzupassen; gerade die Landschaft, in der die Hochschulen der angewandten Wissenschaften gedeihen.

Autor:Tjards Wendebourg

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