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Klaus Schelter, Nürnberg

„Viele Projekte könnten ausgeschrieben werden, aber die Auftraggeber halten sich zurück.“

Klaus Schelter ist Geschäftsführer der beiden GarLa-Group-Unternehmen Kolb und Nordgrün in Nürnberg. Die derzeitige Marktsituation hält er für eine normale Ebbe-Situation im Auf und Ab der Marktgezeiten. Der GaLaBau habe sich immer Schwankungen gegenüber als robust erwiesen.

von Klaus Schelter/Redaktion erschienen am 26.02.2026
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Klaus Schelter, Kolb/Nordgrün, Nürnberg
Klaus Schelter, Kolb/Nordgrün, Nürnberg © privat

„Ich kann mit Blick auf den GaLaBau nur sagen: Das ist wie das Meer mit den Gezeiten – Flut und Ebbe wird es immer geben. So habe es schon immer Flauten und anschließend volle Auftragsbücher gegeben. Lange Einbrüche, wie in anderen Branchen sind uns eigentlich fremd, da wir vielfältig aufgestellt sind. Deshalb können wir auf ungünstige Gegebenheiten schnell reagieren und uns neue Nischen suchen, in denen wir dann wieder erfolgreich sind.

Im Ausschreibungsmarkt ist in unserer Region immer mit leichten Schwankungen zu rechnen, wobei die Volumina immer größer werden und Ausschreibungen im unteren fünfstelligen Bereich eher weniger am Markt sind.

Die Landschaftsarchitekturbüros haben gerade viele ausschreibungsreife Projekte in den Schubladen liegen, die eigentlich auf den Markt kommen könnten, aber aufgrund der Haushaltslage der öffentlichen und halböffentlichen Auftraggeber sowie der Investoren, beziehungsweise auch wegen der Kommunalwahlen, die ja am 8. März stattfanden, zurückgehalten wurden und werden. Ob sich das zeitnah ändert, können nicht mal die Büros sagen. Es ist dabei für die Auftraggeber nur bedingt sinnvoll, sich jetzt zurückzuhalten. Denn wir haben ja 2030 die Landesgartenschau in Nürnberg. Da werden viele leistungsfähige GaLaBau-Unternehmen gebunden sein und die Preise werden steigen.

Der Projektwohnungsbau durch Bauträger sowohl kommunaler als auch privater Art scheint langsam wieder Fahrt aufzunehmen. Es sind sowohl Anfragen als auch Ausschreibungen vorhanden, doch derzeit ist der Markt noch ein Schatten seiner selbst. Und der Sektor „Neubaugebiete von privat“ ist eigentlich gar nicht mehr vorhanden. Hier werden kleine Unternehmen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, ein weiteres hartes Jahr vor sich haben und sich andere Nischen suchen müssen, um überleben zu können.

„Viele Projekte, denen Hochbaugewerke vorangehen, sind inzwischen über Bauzeitenpläne für den GaLaBau kaum noch planbar.“ Klaus Schelter, Nürnberg

Die aktuelle Beobachtung ist auch, dass Projekte, denen Hochbaugewerke vorangehen, inzwischen über Bauzeitenpläne oder Jahrespläne für den GaLaBau nicht mehr planbar sind. Bei fast allen ist mit Verzögerungen zu rechnen, die Unterbrechungen von Monaten nach sich ziehen können. Für uns heißt das dann, über die Vertragsbindung hinaus tätig sein zu müssen, was zu erheblichen Preisaufschlägen etwa durch Tariflohn- und Preissteigerungen führt. Oft ziehen sich Großprojekte über Jahre. Das bedeutet Neuverhandlungen mit Auftraggebern, die nicht immer einsichtig sind, wenn dadurch die angebotenen Preise angepasst werden müssen.

Ebenfalls auffällig ist außerdem, dass Tiefbaufirmen und GaLaBau-Betriebe von außerhalb in unseren regionalen Markt drängen.

Der Fachkräftemangel bleibt für uns weiter ein großes Thema. Dem kann man eigentlich nur durch Investition in die eigene Ausbildung begegnen. Aber auch hier scheinen selbst viele kleine Betriebe aufgrund von Erfahrungen mit den aktuellen Schulabgänger-Generationen und deren Haltung zur Berufswelt nicht mehr bereit, auszubilden. Bei uns beobachten wir ebenfalls nur noch eine Erfolgsquote von 50 bis 60 %, die ihre Ausbildung auch wirklich abschließen. Das ist schade, aber das ist eben auch der Qualität der Bewerber geschuldet, die uns zur Verfügung stehen. Letztlich sind wir ja froh um jeden, der sich für eine Ausbildung entscheidet. Wir versuchen 10 bis 12 junge Menschen pro Jahr für die Ausbildung zu gewinnen. Das schaffen wir meist.

Um den eingangs gezogenen Vergleich noch einmal aufzunehmen: Ich vertraue darauf, dass unser Gewerk auch die aktuelle Gezeitenlage überstehen wird und darauf wieder eine Flut folgt. Und für die Ausbildung vertraue ich darauf, dass wir für eine neue Generation von Azubis auch als Branche wieder attraktiv sind und wir die jungen Menschen dafür begeistern können, darin ihre Berufung zu finden und dem GaLaBau treu zu bleiben.“

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