
Akkumotorsensen fürs Freischneiden
Akkufreischneider für die Gartenpflege werden immer besser. Einige Modelle können sogar mit einem Sägeblatt ausgestattet werden, um kleine Gehölze zu kappen. Ekkehard Musche hat sich für uns vier Modelle angesehen.
von Ekkehard Musche erschienen am 03.03.2026Dies trifft auf die Modelle Cramer 82TB20H, Pellenc Excelion 2 DH und Stihl FSA 400 zu. Der Autor hat diese und weitere Modelle genauer unter die Lupe genommen. Da solche groben Arbeiten mehr Akkukapazität als das Grasschneiden verlangen, bieten Cramer, EGO und Kress wahlweise auch Rückenakkus an. Die Leistungsdifferenzen zu den Benzinern der 40-cm3-Klasse sind nur noch minimal. Auf folgende Kriterien ist bei der Kaufentscheidung zu beachten.
Motorspannung/Motorleistung
Dank des sehr hohen Wirkungsgrads der Akkutechnik reichen zur Gestrüppmahd 1.500 W mit Sicherheit aus. Wenn es intensiv in Gehölze geht, sind 2.000 W angebracht. Das entspricht dem Nennleistungsbereich von 2,5 bis 3,5 PS bei Zweitaktmotoren, da der Verbrenner nur einen Wirkungsgrad von 30 % im Gegensatz zu den 90 % des Elektromotors hat. Die bürstenlosen Motoren haben sich richtigerweise durchgesetzt. Durch den geringeren Verschleiß besitzen sie eine viel längere Lebensdauer, sind robuster und leistungsfähiger.
Der bei dieser Arbeitsart auftretenden schädigenden Wärmeentwicklung in Motor und Akku sowie deren Platinen wird entgegengewirkt durch größere, ausgeklügelte Kühlungssysteme (zum Beispiel Cramer 82TB20H mit den innovativen Stiften anstatt Kühlrippen), eine Warmluftableitung (zum Beispiel Stihl FSA 400) oder groß dimensionierte Kühlrippen (zum Beispiel Pellenc Excelion 2 DH). Auch die Akkuplatzierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Freiliegende Außenflächen (zum Beispiel EGO BC3800E, Kress KC170.9) benötigen keine intensive Zusatzkühlung wie die fest im Schacht eingeschlossenen (zum Beispiel Stihl FSA 400).
Akkukapazität, Akkuaufbau und -gewicht
Da die Akkukapazität sozusagen der Tankinhalt der Maschine ist, kommt dieser Kennzahl eine große Bedeutung zu. Ungeplante Arbeitsunterbrechungen sind Gift für die Effektivität des Mäheinsatzes. Aber ein größerer Akku bedeutet höheres Gewicht, das die ganze Zeit herumgetragen werden muss. Deshalb ist die Tendenz zu leichteren, effektiveren Akkubauformen erkennbar. Die Benutzung von Akkuplatten anstatt von Rundzellen ist ein großer Fortschritt in diesem Bereich (zum Beispiel Cramer Optimus, Stihl AP500S).
Die Laufzeitangaben der Hersteller sind Durchschnittswerte und variieren unter Umständen sehr stark je nach Einsatzgebiet und Benutzer. Sie entsprechen aber unserem Praxistest. Eine falsche Anwendung beziehungsweise Handhabung mindert selbst beim besten Akku die Laufzeit massiv.
Im 36- bis 80-V-Bereich sind gegenwärtig bis zu 12 Ah Kapazität mit einem Einsteckakku möglich. Damit kann man ohne Akkuaustausch zwar länger durcharbeiten, aber für handgehaltene Gartentechnik ist das aufgrund des Gewichts wenig sinnvoll. Ideal sind in diesem Bereich Akkugewichte von 2 bis 3 kg. Dann ist die Motorsense immer noch gut ausbalanciert und leicht zu handhaben. Leider ist bisher nur Pellenc gewillt und in der Lage, seine Akkus reparaturfähig zu gestalten. Da sollten alle anderen Hersteller dringend nachziehen.
Drehzahl
Eine Motorsense mit Drei-Zahn-Messer benötigt mindestens 4.000 U/min, um auch dichteres Gras sauber schneiden und wegschleudern zu können. Bei den Mulchmessern und Sägeblättern ist dagegen das Drehmoment wichtiger als die Drehzahl. Denn das zu kappende Material setzt dem Werkzeug einen größeren Widerstand entgegen, und der Motor muss trotzdem weiterhin durchziehen. Im Gegensatz zur Grasmahd handelt es sich bei Gestrüpp & Co. um dickere und zähere Materialien, die abgeschlagen oder abgesägt werden müssen. Bei extremen Verfilzungen aus Gras und Gestrüpp sind dann hohe Drehzahlen um 6.000 U/min notwendig, um das Material auch weit wegzuschleudern (zum Beispiel Pellenc Excelion 2 DH: 6.600 U/min).
Da bei extrem dickem Gras oder Blockaden die Akkus und der Motor besonders belastet werden, sind alle Akkumotorsensen mit Schutzsensoren versehen, die eine Motorüberlastung in diesem Fall verhindern und das Gerät bei Überhitzung oder Schwergängigkeit abschalten.
Ergonomie/Griff- und Rohrgestaltung/Gesamtgewicht
Um ermüdungsfrei und körperschonend zu arbeiten, ist neben der Einstellung des Gurts die Griff- und Oberholmgestaltung sehr wichtig. Da das Motorsensenwellen-gehäuse genau auf dem Hüftknochen aufliegen soll, stören starre Gurteinhängevorrichtungen an dieser Stelle. Die werkzeuglose Geweihgriffverstellung hat sich glücklicherweise überall durchgesetzt (zum Beispiel EGO BC3800E). Bei der Stihl FSA400 ist ein Antivibrations-System integriert.
Aufgrund der viel geringeren Motorvibrationen kommt als Wellenlagerung überall Kunststoff zum Einsatz. Man findet Kunststoffrohr (zum Beispiel Cramer 82TB20H, Kress KC170.9, Stihl FSA 400), Kunststoffformstücke ohne (zum Beispiel EGO BC3800E) und mit Metallbuchse (zum Beispiel Pellenc Excelion 2 DH). Ob sich das auf Dauer als optimale Lösung erweist, wird sich herausstellen, denn Kugellager sind immer noch die beste Lösung, um die Welle stabil, sicher und vibrationsarm im Rohr zu lagern. Bei den Wellenausführungen hat nur noch Kress die einfache Vierkantwelle. Stihl, EGO und Cramer verwenden die professionellere Sternwelle. Pellenc bedient sich einer ovalen Welle mit abgeflachten Seiten.
Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt die Länge des Bedienhebels. Ist er zu kurz, geht es zu Lasten des Zeigefingers. Deshalb: je länger, desto besser, wie zum Beispiel bei der EGO BC3800E. Da der Bediener den Ladezustand und die Geschwindigkeitseinstellung immer im Blick haben sollte, sind Displays im Handgriff vorteilhaft (zum Beispiel Kress KC170.9). Dann hat man immer die Restlaufzeit vor Augen und kann außerdem die Drehzahl den Mähbedingungen anpassen. Deshalb ist der Daumenhebel bei EGO und Pellenc sowie die seitlich angesetzte Taste bei Stihl der richtige Lösungsansatz, da der Daumen dann kaum seine Lage verändern muss.
1Der Bediengriff sollte wie die gesamte Bedieneinheit selbsterklärend sein. Die außergewöhnliche Variante von Pellenc mit den vielen wichtigen Informations-möglichkeiten kann für manchen Bediener aber schon zu viel sein.
Das Gewicht dieser Freischneider mit Akku erstreckt sich über alle Modelle von 6,8 kg bei EGO BC3800E bis zu 9,1 kg bei Stihl FSA 400. Das beruht hauptsächlich auf der unterschiedlichen Materialdimensionierung und Motorgröße. Das sollte entsprechend der geplanten Einsatzgebiete beachtet werden, ob 2 kg mehr oder weniger stundenlang mitzuschleppen sind.
Tragegestell
Der beste Freischneider nützt nichts, wenn er nicht bequem und ermüdungsfrei getragen werden kann. Einfache Doppelschultergurte sind für lange Einsatzzeiten nicht so gut geeignet wie die gepolsterten Tragegestelle mit schwenkbarem Hüft- (Cramer, Stihl) oder Schulterteil (Pellenc) und komfortabler Längeneinstellung (mindestens vier Stufen), Brustgurt sowie Hüftabstützung. Dadurch wird eine optimale Lastverteilung auf Schultern und Hüften mit festem Sitz kombiniert, ohne dass die Beweglichkeit des Bedieners im Oberkörper eingeschränkt wird. Außerdem kann man dann beim Bedienerwechsel das Gerät schnell und unkompliziert an die neuen Körpermaße anpassen.
Das funktioniert bei Cramer und Stihl am besten. EGO bietet ein professionelles Tragegestell mit diesen Funktionen als Zubehör an. Bei Pellenc und Stihl stehen sogar unterschiedliche Tragegestellvarianten zur Verfügung. Besonders gelungen ist in dieser Hinsicht das serienmäßige Tragegestell von Cramer, weil es einfach aufgebaut ist und zusätzlich eine Tasche für Werkzeug, Handy und Erste-Hilfe-Set beinhaltet.
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