
Besser moderne, robuste Sorten verwenden
Eine der häufigsten Blatterkrankungen an Rosen ist der Sternrußtau. Moderne und ADR-geprüfte Sorten sind nicht oder wenig anfällig. Darauf sollte man bei der Pfalnzenauswahl achten.
von Jochen Veser erschienen am 10.03.2026Eine der häufigsten Blatterkrankungen an Rosen ist der Sternrußtau Diplocarpon rosae; seine Nebenfruchtform Marssonina rosae wird nur sehr selten gefunden. Die auch Schwarzfleckenkrankheit genannte Pilzerkrankung zeichnet sich durch dunkelbraune bis schwarze Blattflecken aus, die bei vielen Sorten einen ausgeprägt sternförmigen Rand besitzen.
Beim Sternrußtau handelt es sich aber nicht nur um ein ästhetisches Problem: Befallene Blätter vergilben sehr schnell und fallen ab, sodass die Assimilationsfläche befallener Rosen stark verringert wird. Hochanfällige Sorten können unter bestimmten Bedingungen schon im Juni wieder komplett blattlos sein. Vitale Rosensträucher treiben dann erneut durch, wiederholter vollständiger Laubverlust, stark verringerte Assimilation und mehrfach notwendiger Nachtrieb führen aber dazu, dass die Rosen über die Jahre immer schwächer werden. In winterkalten Regionen kann ein starker Sternrußtaubefall auch dazu beitragen, dass vermehrt Auswinterungsschäden bei den Rosen auftreten: Wiederholte Laubverluste können (zu) spät im Herbst nochmal einen Nachtrieb auslösen, das Holz reift schlechter aus und ist dann empfindlicher gegenüber Frosttemperaturen.
Altes Laub ist Infektionsquelle
Der Schaderreger überdauert den Winter in Form von Mycel oder Fruchtkörpern in vorjahrsbefallenen Pflanzenorganen. Dazu wird entweder das abgefallene Laub vom Vorjahr oder befallene Triebe genutzt. In den wintermilden Regionen findet manchmal kein natürlicher Laubfall im Herbst mehr statt, dann hat der Sternrußtau noch bessere Überwinterungsmöglichkeiten im noch an den Rosen haftenden Laub. Gelangen Sporen durch Wind, Wasserspritzer, Insekten oder bei Pflegearbeiten im Bestand auf anfälliges, junges Blattmaterial, können sie bei ausreichend langer Blattfeuchte auskeimen und neue Infektionen verursachen.
Sehr hohe Temperaturen im Hochsommer und fehlende Blattnässeperioden können einen Befall dagegen fast vollständig verhindern. Während der Vegetationsperiode werden laufend neue Sporen entwickelt, sodass bei für den Pilz günstigen (mikro)klimatischen Bedingungen und noch nicht ausgereiftem, empfindlichem Pflanzengewebe laufend Neuinfektionen stattfinden.
Für trockene Bedingungen sorgen
Am einfachsten kann man mit der Auswahl der verwendeten Sorten vorbeugen. Hier bestehen sehr große Unterschiede zwischen den Sorten, Informationen dazu können guten Sortimentskatalogen oder Sichtungsergebnissen entnommen werden. Je luftiger der Rosenbestand steht, desto schlechter sind die Infektionsbedingungen für den Erreger. Deshalb sollte die Pflanzdichte bei flächiger Pflanzung kritisch hinterfragt und im Zweifel lieber weniger Rosen je Quadratmeter gepflanzt werden. Aus demselben Grund sind manche Mischpflanzungen von Rosen mit Stauden oft stärker vom Sternrußtau befallen.
Auch bei der Bewässerung lauern Fehler, die einen sehr starken Sternrußtaubefall auslösen können. Überkopfbewässerung mit Regnern oder dem Gartenschlauch bringt unnötig viel Feuchtigkeit in den Bestand. Ist eine Überkopfbewässerung nicht vermeidbar, darf sie nur in den frühen Morgenstunden stattfinden, damit das Laub anschließend so schnell wie möglich wieder abtrocknen kann. Auch eine bedarfsgerechte Steuerung der Bewässerung kann Blattnässeperioden auf ein Minimum reduzieren: Tägliche Bewässerung ist unter gar keinen Umständen erforderlich, Bodenfeuchtekontrollen zeigen den Bewässerungsbedarf zuverlässig an. Um bewässerungsbedingte Feuchtigkeit auf dem Laub vollständig zu vermeiden, bietet sich der Einbau einer Tropfbewässerung an.
Werden befallene Zweige und noch vom Vorjahr anhaftendes infiziertes Laub beim Schnitt gezielt entfernt, kann die Ausbreitung zumindest gebremst werden. Vor Austriebsbeginn sollte Falllaub vom Vorjahr entfernt, während der Vegetationsperiode erste symptomzeigende Blätter aus dem Bestand entnommen werden; auf diese Zusammenhänge sollte man die Kunden hinweisen. Auch der regelmäßige Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln kann die Befallswahrscheinlichkeit reduzieren.
Fungizide müssten abhängig von der individuellen Sortenanfälligkeit oft schon ab Austriebsbeginn bis weit in den Spätsommer in kurzen Zeitabständen appliziert werden.




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