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GrünWert Deutschland

Mit regionalen Partnern bundesweit stark

Bundesweit einheitliche Pflegeleistungen, umgesetzt durch regional verankerte Fachbetriebe – dafür steht das Netzwerk GrünWert Deutschland. Unter der neuen Geschäftsführung von Jan Steffensmeier soll das Modell aus zentraler Organisation und lokaler Kompetenz weiterentwickelt und als Systemmarke im Freiflächenmanagement etabliert werden.

von Susanne Wannags erschienen am 25.02.2026
Bei GrünWert – hier der Partnerbetrieb aus Bremen – sind nicht nur Beete, Rasen und Hecken in guten Händen, sondern auch Bäume. © Hauke Marten Mueller
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„Die Kompetenz für Grünflächenpflege liegt ganz klar bei der grünen Branche“, ist Jan Steffensmeier überzeugt. Seit Juni 2025 ist der 42-jährige Landschaftsgärtner und Agrarbetriebswirt Geschäftsführer der GrünWert Deutschland GmbH & Co. KG. Das Netzwerk, dem aktuell zwölf Partnerbetriebe angehören, wurde vor 25 Jahren mit dem Ziel gegründet, die Pflege von Grünflächen in einem Markt zu professionalisieren, der stark vom Preisdruck geprägt ist.

Jan Steffensmeier
Jan Steffensmeier © GrünWert Deutschland

Alternative zum Facility-Management

Große Auftraggeber aus Wohnungswirtschaft, Industrie und Gewerbe vergeben ihre Pflegeleistungen häufig an überregional tätige Facility-Management-Unternehmen. Ein einzelner regional tätiger GaLaBau-Betrieb hat in der Regel geringe Chancen, den Zuschlag für die Freiraumpflege einer bundesweit agierenden Handelskette zu erhalten. Genau hier setzte GrünWert an – damals noch als Aktiengesellschaft: Mit klar definierten Leistungen, bundesweit einheitlichen Preisen und einem professionell organisierten Netzwerk wollte man eine grünfachliche Alternative zu klassischen Facility-Management-Anbietern etablieren.

Bewährtes Grundprinzip

Nach einem erfolgreichen Start folgten Jahre, in denen sich Marktbedingungen, Strukturen und Eigentümerkonstellationen veränderten. 2011 übernahmen schließlich zwei Inhaber von GrünWert-Partnerbetrieben für einige Zeit die Leitung des Netzwerks. Das Grundprinzip jedoch blieb bestehen – und bewährt sich bis heute: die Verbindung der fachlichen Stärke regionaler Betriebe mit einer zentral organisierten, bundesweit agierenden Struktur.

Standorte der GrünWert-Partnerbetriebe. Mit weiteren Unternehmen im Netzwerk kann ganz Deutschland abgedeckt werden.
Standorte der GrünWert-Partnerbetriebe. Mit weiteren Unternehmen im Netzwerk kann ganz Deutschland abgedeckt werden. © GrünWert Deutschland

Erfahrung aus der Praxis

Für Jan Steffensmeier bedeutet die Geschäftsführung von GrünWert auch eine Rückkehr zu den eigenen beruflichen Wurzeln. „Ich kenne GrünWert und viele Partnerbetriebe seit 2008. Nach meinem Abschluss als Agrarbetriebswirt habe ich acht Jahre in einem Partnerunternehmen gearbeitet, Strukturen über mehrere Standorte aufgebaut und das operative Freiflächenmanagement aus nächster Nähe kennengelernt. Mich hat das Konzept schon damals überzeugt.“ Die Kombination aus Bodenständigkeit, Skalierbarkeit und konkretem Nutzen für Städte, Wohnungswirtschaft und Industrie war für ihn ausschlaggebend, die Verantwortung für das Netzwerk zu übernehmen. Sein Anspruch ist klar formuliert: GrünWert soll deutschlandweit als führende Systemmarke für professionelle Freiflächenpflege und -entwicklung etabliert werden.

Die GrünWert-Partner (hier Bremen) übernehmen auf Wunsch auch die Grauflächenpflege und den Winterdienst.
Die GrünWert-Partner (hier Bremen) übernehmen auf Wunsch auch die Grauflächenpflege und den Winterdienst. © Rieke Pflieger

Systemmarke im Aufbau

Der Weg vom Partnernetzwerk zur Systemmarke ist für Steffensmeier ein konsequenter nächster Schritt. „Eine Systemmarke schafft spürbare Einheitlichkeit durch klare Leistungsbilder, definierte Qualitätskriterien, standardisierte Prozesse sowie eine transparente, digitale Dokumentation.“ Für die Partnerbetriebe bedeutet das zugleich eine stärkere Einbindung in die Weiterentwicklung des Systems, verbindliche Standards, regelmäßige Audits und praxisnahe Schulungen.

Mehrwert durch Struktur

Mit den zwölf Partnerbetrieben, die in ihren jeweiligen Regionen zu den ersten Adressen für Garten- und Landschaftsbau sowie Grünpflege zählen, sieht Steffensmeier den Grundstein für diesen Weg bereits gelegt. „Unser Marktsegment, das professionelle Freiflächenmanagement, hat seinen festen Platz in der grünen Branche. Die Verbindung von gartenbaulicher Kompetenz mit systematisch organisierter Pflege schafft einen spürbaren Mehrwert – für die Verkehrssicherheit, für die Zufriedenheit der Nutzer und für die langfristige Wertentwicklung von Arealen.“

Mitarbeiter in der Pflege tragen das GrünWert-Logo – angepasst an den jeweiligen Betrieb – auf ihrer Arbeitskleidung.
Mitarbeiter in der Pflege tragen das GrünWert-Logo – angepasst an den jeweiligen Betrieb – auf ihrer Arbeitskleidung. © GrünWert Schleswig-Holstein

Wertentwicklung im Fokus

Dabei ist Wertentwicklung weit mehr als der optische Eindruck einer gepflegten Außenanlage. „Entscheidend für die Auftraggeber sind Nutzungsqualität, Sicherheit, Klimaresilienz und die Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus. Wenn Pflegekonzept, Pflanzenverwendung sowie Wasser- und Nährstoffmanagement aufeinander abgestimmt sind, steigt die Attraktivität der Anlage fast automatisch – und damit auch ihr wirtschaftlicher Wert.“

Nachhaltigkeit in der Pflege

Steffensmeier beobachtet, dass neben dem Preis für immer mehr Auftraggeber auch Nachhaltigkeitsaspekte und langfristige Konzepte an Bedeutung gewinnen. Den Spielraum für Biodiversität in der Pflege schätzt er dabei realistisch ein. „Eine artenreiche, nachhaltige Grünanlage beginnt bei der Planung. In der Pflege können wir zunächst nur mit dem arbeiten, was wir vorfinden. Unser Ansatz ist es, klimaangepasste und biodiversitätsfördernde Lösungen anzubieten, die die Pflege vereinfachen, Risiken reduzieren und langfristig Kosten stabilisieren.“

Aufsitzmäher oder Handrasenmäher – je nach vorhandenen Flächen wird der Geräte- und Maschineneinsatz genau definiert.
Aufsitzmäher oder Handrasenmäher – je nach vorhandenen Flächen wird der Geräte- und Maschineneinsatz genau definiert. © Rieke Pflieger

Regionale Fachkompetenz

Voraussetzung dafür ist ein hohes fachliches Know-how – genau hier sieht Steffensmeier die besondere Stärke der GrünWert-Partnerbetriebe. Für sie ist professionelle Freiflächenpflege kein Nebengeschäft zur Gebäudereinigung, wie es bei vielen Facility-Management-Unternehmen der Fall ist, sondern Teil ihres Selbstverständnisses. Hinzu kommt die regionale Verwurzelung der Betriebe: Sie kennen Topografie, Witterung, Verkehrssituation und weitere standortspezifische Rahmenbedingungen. Und sie kennen die Menschen vor Ort. Wer seinen Auftraggeber im Sportverein oder im Supermarkt trifft, kann es sich nicht leisten, mangelhafte Arbeit abzuliefern – Zuverlässigkeit, Qualität und Vertrauen sind hier unmittelbar miteinander verknüpft.

Geprüftes Netzwerk an Nachunternehmern

Dieses Prinzip gilt auch für das ergänzende Nachunternehmernetzwerk, mit dem GrünWert Regionen abdeckt, die außerhalb des Einzugsbereichs einzelner Partnerbetriebe liegen. „Wir arbeiten mit einem geprüften Netzwerk spezialisierter Dienstleister. Einsatzgebiete, Kapazitäten und Kompetenzen sind hinterlegt; die Auswahl folgt klaren Qualitäts-, Sicherheits- und Compliance-Kriterien sowie der Passung zum jeweiligen Kundenauftrag. Bewährte Partner entwickeln wir schrittweise weiter – bis hin zur möglichen Integration ins Netzwerk“, erläutert Steffensmeier.

Einen zentralen Maschinenpark gibt es nicht – jeder Partnerbetrieb hat einen großen Maschinen- und Gerätepark.
Einen zentralen Maschinenpark gibt es nicht – jeder Partnerbetrieb hat einen großen Maschinen- und Gerätepark. © Rieke Pflieger

Zentrale Koordination

Regionale Pflegeaufträge werden von den Partnerbetrieben vor Ort akquiriert und kalkuliert. Überregionale Kunden hingegen werden zentral von GrünWert gesteuert und koordiniert. „Wir verstehen uns dabei auch als Service-Dienstleister für unsere Partnerbetriebe“, so Steffensmeier. „Unsere Aufgabe ist es, die Schnittstellen zwischen regionalen und überregionalen Aufträgen zu stärken, bundesweit übertragbare Konzepte zu entwickeln und unsere Partner bei komplexen Anforderungen zu entlasten.“

Digitale Standards

In den kommenden Jahren will der Geschäftsführer den Fokus auf zwei zentrale Handlungsfelder legen: den weiteren Aufbau der Systemmarke und die Intensivierung des Austauschs innerhalb des Netzwerks. Beim Ausbau der Systemstrukturen spielt die Digitalisierung eine Schlüsselrolle. Einheitliche Datenformate, transparente Leistungsnachweise, standardisierte Kennzahlen und integrationsfähige Reports für die Softwaresysteme der Auftraggeber sollen dazu beitragen, Pflegeleistungen nachvollziehbar, vergleichbar und effizient zu gestalten. „Wir setzen auf klare Datenmodelle, mobile Dokumentation, standardisierte Schnittstellen und automatisierte Berichte – immer mit Blick auf den konkreten Nutzen für unsere Kunden und die Anwenderfreundlichkeit für die Teams“, betont Steffensmeier.

Regelmäßig finden Partnertreffen statt.
Regelmäßig finden Partnertreffen statt. © GrünWert Deutschland

Wissenstransfer im Netzwerk

Beim Dialog zwischen den Netzwerkpartnern geht es ihm nicht nur um den Austausch auf Inhaberebene. „Auch Betriebsleiter, Vorarbeiter und Mitarbeitende in der Pflege sollen sich kennenlernen und voneinander lernen. Dieser Erfahrungsaustausch ist eine große Stärke unseres Netzwerks.“ Ergänzend will die Zentrale die Partnerbetriebe bei ihrer individuellen Weiterentwicklung unterstützen. „Ein Betrieb mit zehn Mitarbeitenden steht vor anderen Herausforderungen als ein Unternehmen mit hundert Beschäftigten. Während bei dem einen gerade Mitarbeitergewinnung oder Akquise im Vordergrund steht, geht es beim anderen um Themen wie Marketing, einheitliche Kundenansprache oder Prozessoptimierung.“ Schulungen – etwa zur Pflege naturnaher Freianlagen – sind ebenfalls Teil dieses Ansatzes.

Grünpflege am Wasser – beim GrünWert-Partner in Kiel keine Seltenheit
Grünpflege am Wasser – beim GrünWert-Partner in Kiel keine Seltenheit © GrünWert Kiel

Klimaresiliente Pflege

Für Steffensmeier steht außer Frage, dass der Bedarf an klimaresilienten Außenanlagen und an deren fachgerechter Pflege weiter steigen wird – sowohl aus wirtschaftlicher Notwendigkeit als auch aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Wassersensible Gestaltung, hitze- und trockenheitstolerante Pflanzenarten, standortangepasste Pflegeintervalle und klare Zielbilder anstelle starrer Pflegeturni gewinnen zunehmend an Bedeutung. „Ich möchte klimaresiliente, ressourcenschonende Pflege nicht als Ausnahme, sondern als Normalfall etablieren – ökologisch sinnvoll und über den gesamten Lebenszyklus wirtschaftlich stabil.“ Um Erwartungen und Ergebnisse in Einklang zu bringen, arbeitet GrünWert mit Referenzflächen, klar definierten Zielbildern und abgestuften Service-Niveaus.

Systemmarke mit Perspektive

Die Basis für den Aufbau einer bundesweit sichtbaren, digital vernetzten und fachlich exzellenten Systemmarke ist bei GrünWert Deutschland damit gelegt. „Die zentralen Treiber werden neben klimaresilienter Gestaltung vor allem evidenzbasierte Pflege, verbindliche Daten- und Prozessstandards sowie partnerschaftliche Key-Account-Modelle sein“, fasst Steffensmeier zusammen. „Persönlich ist es mir wichtig, eine Kultur der Verlässlichkeit, klarer Prozesse und des gemeinsamen Lernens zu stärken – für messbare Qualität auf der Fläche und für mehr Wertschätzung unserer Arbeit in der Branche.“

Betriebsdaten
  • Firmengründung: AG in 2002, GmbH in der jetzigen Form 2011
  • Gesellschaftsform: GmbH & Co. KG
  • Geschäftsführer: Jan Steffensmeier
  • Tätigkeitsfelder: Deutschlandweite Grün- und Grauflächenpflege, Winterdienst, Baum- und Spielgerätekontrollen
  • Mitarbeiter: Gesamt: ca. 400, davon 380 in der Grünpflege und anderen Tätigkeitsfeldern, darunter 25 Meister/Techniker
  • Auftraggeber: rund 60 % öffentlich, 40 % gewerblich
  • Mitgliedschaften: diverse Fachverbände
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GrünWert Deutschland GmbH & Co. KG Hauptstraße 21 29649 Wietzendorf Telefon: 05196 / 96 361 -0 kontakt@gruenwert.dewww.gruenwert.de

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