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Ladungssicherung im GaLaBau: Hauptsache sicher

Ob Pflanzen, Schüttgüter, Maschinen oder Baustoffe – im Garten- und Landschaftsbau wird täglich eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Materialien bewegt. Gerade im hektischen Baustellenalltag bleibt für die korrekte Ladungssicherung jedoch oft wenig Zeit. Doch unzureichend gesicherte Güter gefährden nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch das eigene Team und den betrieblichen Ablauf. Daher gilt: Sicherung ist Pflicht – und spart am Ende Zeit, Ärger und Kosten.

von Martin Themann, DEULA erschienen am 10.12.2025
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Fahrer und Ladepersonal müssen Kenntnisse darüber haben, mit welchen Zurrkräften die Zurrpunkte der Ladefläche belastbar sind.
Fahrer und Ladepersonal müssen Kenntnisse darüber haben, mit welchen Zurrkräften die Zurrpunkte der Ladefläche belastbar sind. © DEULA

LKW, Transporter, Kipper und Pritschenfahrzeuge gehören zu den wichtigsten Arbeitsmitteln im GaLaBau. Viele Transporte bestehen aus unhandlichen, schweren oder lebenden Gütern, darunter:

  • Minibagger, Radlader, Rüttelplatten
  • Palettenware (z. B. Betonsteine, Rollrasen, Pflaster)
  • Pflanzen in Containern und Ballen
  • Grünschnitt, Erdreich, Säcke und Big Bags
  • Werkzeugkisten und Kleingeräte

Gerade diese variantenreiche Ladung erhöht das Risiko von Verrutschen, Rollen oder Kippen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft schätzt, dass bis zu 40 % aller Ladungen auf gewerblichen Fahrzeugen mangelhaft gesichert sind – auch im GaLaBau. Und obwohl nicht alle Mitarbeitenden gesetzlich zur Weiterbildung verpflichtet sind, bleibt die Verantwortung immer beim Fahrzeugführer und Unternehmer.

Formschlüssige Ladungssicherung im GaLaBau

Die einfachste und im GaLaBau besonders verbreitete Methode ist die formschlüssige Sicherung. Sie ist ideal bei:

  • Schüttgütern (Erde, Mulch, Grünschnitt in Säcken)
  • Pflanzencontainern und Kisten
  • Paletten und Big Bags

Wichtig ist, dass die Ladung sich an den Bordwänden abstützen kann. Die form-schlüssige Ladungssicherung ist dann erreicht, sobald die Ladung an allen Seiten mit dem Fahrzeug oder mit den Zurrpunkten auf der Ladefläche verbunden ist. So steht sie beim Transport fest und kann nicht verrutschen. In der Regel erreicht man eine formschlüssige Sicherung durch Direktzurren. Voraussetzung ist dabei, dass sich geeignete Zurrpunkte am Fahrzeug befinden. Über diese Punkte werden das Fahrzeug sowie die Ladung mit Hilfe von Zurrmitteln miteinander verbunden. Schräg- und Diagonalzurren sind die gängigsten Methoden des Direktzurrens. Darüber hinaus erreicht man die formschlüssige Ladungssicherung durch das sogenannte „Kopflashing“ – eine Methode, um die Ladung nach hinten und vorne zu sichern.

Angaben zur Zurrkraft sind wichtig

Fahrer und Ladepersonal müssen Kenntnisse darüber haben, mit welchen Zurrkräften die Zurrpunkte der Ladefläche belastbar sind. Bei manchen Fahrzeugtypen sind Hinweisschilder angebracht. Sollten diese nicht vorhanden sein, lohnt sich der Blick in die Bedienungsanleitung.

Kraftschlüssige Sicherung – typisch bei Maschinen und Geräten

Für viele GaLaBau-Transporte – etwa Maschinen, Anhänger oder schwerere Geräte – ist die kraftschlüssige Sicherung durch Niederzurren notwendig. Dabei wird die Ladung mittels Zurrgurten und Ratschen fest auf die Ladefläche gepresst, um die Reibung zu erhöhen. Das Niederzurren steht im Mittelpunkt bei der kraftschlüssigen Ladungs-sicherung. Dadurch wird die Reibungskraft der Ladung mit der Ladefläche erhöht. Unter Zuhilfenahme von Zurrmitteln wie beispielsweise einer Ratsche, wird die Ladung auf die Ladefläche gepresst.

Der Einsatz des Niederzurrens erfolgt in der Praxis häufig ohne Kenntnis der tatsächlichen Bedingungen. Demzufolge steigt das Risiko, dass die Ladung nicht fachgerecht gesichert ist und zu Unfällen auf der Straße führen kann. Wenn die Ladung ein hohes Gewicht hat und der Reibewert gering ist, muss die Anzahl der Zurrmittel erhöht werden. Dies ist aber oft nicht der Fall.

Wichtige Information zum Niederzurren

Die im Vorfeld ermittelten Vorspannkräfte dürfen nicht mit den zulässigen Zugkräften gleichgesetzt werden. Die Vorspannkraft des Gurtes ist durch die zu erreichende Vorspannkraft der jeweiligen Ratsche begrenzt. Die Vorspannkraft drückt dabei die Ladung mithilfe einer Ratsche in einen Zurrgurt. Durch die Vorspannkraft wird die Reibung zwischen dem Transportgut und der Ladefläche erhöht.

Zurrnetze als Sicherungssystem

Mit Zurrgurten wird eine Ladung in manchen Fällen nicht ausreichend gesichert. Ladungssicherungsnetze, auch Zurrnetze genannt, sind dafür eine Alternative. Die Netze können sowohl im vorderen als auch im mittleren und hinteren Bereich des Fahrzeugs eingesetzt werden. Darüber hinaus kann man die Zurrnetze an die Ladehöhe anpassen. Zudem eignen sich die Netze zur Bildung von Ladeeinheiten sowie zur Sicherung von Stückgewichten, die der tatsächlichen Nutzlast des Fahrzeugs entsprechen.

Checkliste zur Ladungssicherung

  1. Ausstattung des Transporters: Sie spielt eine große Rolle bei der Ladungssicherung. Verfügen die Fahrzeuge über Aufbauten, die eine sichere Ladung garantieren? Bei der Anschaffung der Fahrzeuge sollen Sie darauf achten.
  2. Tragkraft: Sind bei den Transportern Angaben zur geprüften Tragkraft vorhanden? Wenn nicht, sollten Sie sich diese Information im Vorfeld der Ladungssicherung einholen.
  3. TÜV: Erkundigen Sie sich, ob Transportboxen oder Lastenträger eine Abnahme durch den TÜV haben. Sollten Unsicherheiten bestehen, fragen Sie beim TÜV nach.
  4. Hilfsmittel: Haben Sie zur Ladungssicherung alle erforderlichen Hilfsmittel? Dazu gehören unter anderem Zurrgurte und -netze sowie Transportboxen.
  5. Vorschriften: Stellen Sie sicher, dass Sie oder Ihre Fahrer alle gesetzlichen Vorschriften zur Ladungssicherung kennen. Sollte dies nicht der Fall sein, holen Sie dies im Rahmen einer Unterweisung nach oder informieren Sie sich an den entsprechenden Stellen (StVO und VDI).
Zur Person
Martin Themann
Der DEULA-Experte beschreibt für DEGA GALABAU, worauf es bei der Ladungssicherung ankommt.

Vier Kräfte wirken

Insgesamt wirken vier Kräfte auf die Ladung ein. Neben der Gewichts- und Massenkraft sind das die Reibungs- und die Sicherungskraft. Zudem spielt § 22 StVO bei der Ladungssicherung eine Rolle. Dieser Paragraf behandelt die Ladung. Gemäß § 22 Abs. 1 muss die Ladung so verstaut und gesichert sein, dass sie bei einer Vollbremsung oder bei einem Ausweichmanöver nicht verrutschen oder hin- und herrollen kann. Darüber hinaus liefert die VDI-Richtlinie 2700 (VDI 2700) wichtige Anhaltspunkte zur ordnungsgemäßen Ladungssicherung. Themenschwerpunkte der VDI 2700 sind unter anderem „Hilfsmittel zur Ladungssicherung“, „Zusammenladung von Stückgütern“ sowie „Ladungssicherung auf Fahrzeugtransportern“. Gemäß der VDI 2700 wird davon ausgegangen, dass • bei einer Vollbremsung eine Kraft von der Ladung nach vorn wirkt, die rund 80 Prozent des Ladungsgewichts entspricht.

• bei Ausweichmanövern sowie beim Befahren von Kurven eine Kraft zur Seite wirkt, die rund 50 Prozent des Ladegewichts ausmacht.

• nach hinten Kräfte beim Anfahren und Beschleunigen wirken, die etwa 50 Prozent der Ladungsmasse entsprechen. Diese Kräfte wirken ebenfalls bei einer Vollbremsung und bei einer Rückwärtsfahrt.

Ladungssicherung anschaulich erklärt Verschiedene Schaubilder und praxisnahe Beispiele dienen oft als Unterstützung für das Personal, das die Ladung richtig sichern soll. Wichtig: Auch wenn Zuständigkeiten zur Ladungssicherung delegiert werden, befreit dies nicht von der Verantwortung und Haftung bei einem Unfall.

Beispiel So sichert man eine Gitterbox

Das Beispiel einer Gitterbox mit einem Gesamtgewicht von 750 kg dient als Beispiel. Für die ordnungsgemäße Sicherung dieser Box wird diagonal gezurrt. Die beim Transport wirkenden Kräfte werden in Dekanewton (daN) angegeben. 1 daN entspricht der Gewichtskraft von 1 kg. Bei einer Vollbremsung beim Transport mit der Gitterbox ergibt sich die stärkste Kraft von 600 daN. Die Wirkung der Gleitreibung kann zusätzlich abgezogen werden. Die Gleitreibung wird mit µ angegeben und ist der VDI 2700 entnommen. Bei µ 0,3 werden 30 Prozent abgezogen. Demzufolge verbleibt eine Kraft von 375 daN, die an den Seiten und rückwärtig abgesichert werden muss. Darüber hinaus spielt der Neigungswinkel a bei der Sicherung der Ladung eine Rolle. Er sollte innerhalb des Toleranzbereichs zwischen 30° und 60° liegen. Zudem gibt es bei dieser Sicherung einen weiteren Toleranzbereich – der Winkel, den das Zurrmittel vom Anschlag Ladefläche zum Anschlag Ladegut von der Längsrichtung abweicht. Dieser sollte zwischen 20° und 45° liegen. Zurrgurte reichen bei dem Beispiel mit der Gitterbox aus. Die Kraft verteilt sich dabei auf die gegenüberliegenden Gurte. Zusätzlich erhöhen Anti-Rutsch-Matten den Reibewert, sodass die Ladung ordnungsgemäß gesichert ist. Mit Anti-Rutsch-Matten erreicht man Gleitreibewerte von µ = 0,6 (60 Prozent des Gewichts).

Kontakt

Bundesverband DEULA e.V. Telefon +29 44 88/83 01 50 bundesverband@deula.de

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