
Faunaschutz braucht effektive Kamerasysteme
Die Navigationstechnologie von Mährobotern entscheidet darüber, ob Kleintiere erkannt werden. Die neuesten Mäher-Generationen verfügen über geeignete Steuerungs- und Kamerasysteme. Sie sollten beim Kauf solcher Geräte ein Hauptkriterium sein.
von Ekkehard Musche erschienen am 05.11.2025Für einen zuverlässigen Mährobotereinsatz ist dessen Navigation inklusive Hindernis- und Tiererkennung entscheidend. Da reichen die mechanischen Stoßsensoren nicht aus. Die Orientierung erfolgt bei den innovativen Herstellern über das RTK (=Real Time Kinematic, dt. Echtzeitkinematik), entweder mit 2-Antennensystem (zum Beispiel Mäher und Zentralantenne beim Modell Kress KR271E) oder Einzelantenne auf der Fläche (zum Beispiel Husqvarna 540 EPOS) plus Kamerasysteme.
Dabei ist die Art der Signalübertragung von Bedeutung. Es kann über ein WLAN-Netz (zum Beispiel Echo TM 850), das Mobilfunknetz (zum Beispiel EGO Aura RMR3000E, Husqvarna Nera) oder ein eigenes Funknetz (zum Beispiel Kress KR271E) erfolgen.
Diese satellitengesteuerten Systeme senden regelmäßig Signale direkt an die Antenne. Wenn der Mäher zusätzlich eine eigene Antenneneinheit besitzt (wie bei EGO, Kress, Segway, Sunseeker), ist die Orientierung noch hochwertiger, weil Störungen durch Funkschatten geringer werden oder in den meisten Fällen keine Rolle mehr spielen, denn sowohl die fest installierte Antenne als auch die des Mähers erhalten permanent die notwendigen Signale, egal ob sich zwischen Mäher und Antenne auf dem Mähweg Bäume, Carports oder Wände befinden.
Je größer die Frequenzbandbreite ist, desto besser. Neuste Ausführungen kommen zeitweise ganz ohne Antenne aus und agieren rein über das Kamerasystem und einen inneren Kompass des Robotermähers. Sie besitzen dafür dann ein eigenständiges Orientierungssystem und machen sich dadurch unabhängiger vom nicht immer stabilen WLAN-Netz. Bei Ausfall des Satellitensignals übernehmen die Kameras automatisch die Manövrierung.
So werden Kleintiere erkannt
Für den effektiven Faunaschutz sind spezielle Kamerasysteme notwendig. Neben der klassischen Linsenaufnahme kommen Lasersysteme (zum Beispiel Segway) zum Einsatz, die dreidimensionale Bilder erzeugen, analysieren und in Sekundenbruchteilen entsprechende Aktionen wie Stopp- oder Ausweichmanöver veranlassen. Damit auch bewegliche Hindernisse (Kinder, Hunde, Katzen, Igel) erkannt werden, verwenden einige Modelle ein weiteres räumliches Kamerasystem (zum Beispiel EGO, Husqvarna, Kress, Segway, Sunseeker).
Das Visual Inertial Odometry (VIO) ist speziell dafür entwickelt worden. Die sogenannten Fischaugenkameras mit 140°-Winkel sind in der Lage, die Objekte zu erkennen. Sie sind dank KI ständig lernfähig, um neu hinzukommende Gegenstände oder Lebewesen als Hindernisse zu sichten und diese als solche zu identifizieren. Das ist besonders wichtig, weil Tiere (Kröten, Blindschleichen) oder Gegenstände (Gartenschläuche) in Erd- und Grüntönen noch nicht ohne Weiteres als Hindernis erkannt werden.
Das Visual Simultaneus Localization and Mapping (zum Beispiel VSLAM 2.0) erfasst mit den Kameras und dem Lasersystem Begrenzungen wie Zäune, Hecken, Pools, Hauswände etc. Somit können Probleme durch vorgenommene Objektveränderungen auf der zu mähenden Fläche vermieden werden. Ähnlich dem menschlichen Augenpaar wird dafür eine Mindestlichtmenge gebraucht, um Dinge auch in den Dämmerungsstunden oder bei anderen Beeinträchtigungen erkennen zu können. Je hochwertiger die Kameras, desto weniger Lichtmenge ist notwendig. Damit wird dann die Erstellung einer 3D-Karte möglich.
Einige Hersteller statten ihre Mäher sogar mit acht Kameras für eine 360°-Rundumsicht aus, um auch von hinten, oben (überhängende Äste) oder der Seite sich nähernde Personen, Tiere oder sonstige bewegliche Störungsquellen zu sichten.
Aber auch noch so effektive Systeme bieten keinen hundertprozentigen Schutz für Kleintiere. Ungeachtet wie hochwertig die Kamera also ist – ökologisch motivierte Menschen brauchen kein kommunales Nachtmähverbot, um den Roboter nachts in der Garage zu lassen. Auch grundsätzlich bleibt für diese Menschen die Frage bestehen, wie viel Rasen überhaupt notwendig ist und, ob sich die Gartenfläche alternativ nicht ökologisch hochwertiger nutzen lässt. Denn ein robotergepflegter Rasen ist und bleibt ein extrem artenarmer Lebensraum.








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