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Saisonstart in der Pflege

Den Frühjahrsansturm managen

Weil der Winter so lang war, steppt jetzt der Bär. Alle wollen gleichzeitig behandelt werden. Der Eden-Gärtner Luca Krukenberg erklärt, wie man damit umgeht.

von Luca Krukenberg, Schenefeld erschienen am 11.03.2026
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Luca Krukenberg
Luca Krukenberg © Andreas Kuehlken/Gärtner von Eden/Verlag Eugen Ulmer

Wer in der Gartenpflege arbeitet, kennt das Muster: Mit dem ersten wirklich milden Tag im Jahr beginnt das Telefon zu klingeln und steht nicht mehr still. Plötzlich möchte jeder, dass wir in seinen Garten kommen – und das am besten sofort. Soweit der normale Frühjahrsansturm. In diesem Jahr ballen sich die Anfragen besonders – zumindest hier bei uns im Norden. Weil der Winter so lang und nach hinten heraus schneereich war, bricht das Frühjahr gefühlt noch viel plötzlicher und konzentrierter über uns herein, und jetzt, da der Schnee endlich weg ist, sehen die Gartenbesitzer erst, was alles zu tun ist. Frostschäden an Gehölzen, ramponierte Rasenflächen, Nachpflanzungsbedarf. Das alles trifft bei uns Landschaftsgärtnern auf Kalender, die so voll sind, wie wohl zu keiner anderen Zeit des Jahres, denn neben der Frühjahrspflege stehen da längst die Termine für die Neupflanzungen, die sich einfach nicht verschieben lassen. Das heißt für uns alle: Wie die Natur startet jetzt auch die Nachfrage durch. Das ist schön und anspruchsvoll zugleich.

Stammkunden zuerst

Wie wahrscheinlich viele von euch können wir diese Nachfrage nicht vollständig bedienen. Deshalb ist die wichtigste Entscheidung, die wir gerade treffen müssen, keine operative, sondern eine strategische: Wen priorisieren? Meine klare Antwort: die Stammkunden. Immer. Wir haben früher auch in der Hochphase neue Anfragen angenommen, obwohl unsere Stammkunden noch nicht bedient waren. Das war nicht gut, denn wir alle wissen, Stammkunden sind Gold wert – als planbare Einkommensquelle und als Empfehler. Deshalb verdienen sie es, dass wir zuverlässig für sie da sind.

„Wen priorisieren? Meine klare Antwort: die Stammkunden. Immer. Sie verdienen es, dass wir zuverlässig für sie da sind.“ Luca Krukenberg

Das bedeutet nicht, dass wir keine Neukunden mehr annehmen. Aber wir schauen uns Anfragen in dieser Phase des Jahres besonders genau an. Ein kurzer Blick auf Google Earth vor dem Erstgespräch hilft schon enorm bei der Einschätzung, ob der Garten interessant sein könnte. Und auch im Telefonat merke ich schnell, ob Projekt und Mensch zu uns passen oder nicht. Gibt es da bei uns Zweifel oder schlichtweg nicht ausreichend Kapazität, kommuniziere ich freundlich, zügig und klar, mache auch deutlich, dass das keine Absage auf ewig ist, bin aber ehrlich, und das zahlt auf unsere Reputation ein.

Der Kalender füllt sich von selbst

Bei der Planung für unsere Stammkunden versuchen wir gerade, Folgendes konsequent einzuführen: Wenn wir zum Beispiel eine Frühjahrspflege oder einen Gehölzschnitt abrechnen, schreiben wir direkt auf die Rechnung: „Für den nächsten Pflegedurchgang haben wir bereits folgenden Termin für Sie reserviert. Sollte der für Sie nicht passen, geben Sie uns bitte kurz Bescheid.“ Ein bis zwei Wochen vor dem Termin rufen wir dann kurz an, lassen uns den Termin bestätigen, gestalten das Gespräch aber vor allem als zusätzliche Serviceleistung: Wir erfragen die aktuelle Gartensituation, klären, ob durch den Winter zusätzliche To-dos entstanden sind. Dadurch können wir abschätzen, ob wir mehr Zeit einplanen müssen oder zusätzliches Material und Werkzeug brauchen. So kommen wir auf den Punkt vorbereitet in den Garten und der Kunde fühlt sich optimal betreut, ohne dass er selbst aktiv werden musste. Für uns bedeutet dieses Vorgehen langfristige Planungssicherheit, sowohl terminlich als auch finanziell, und nach der ersten Erfahrung kann ich nur sagen: Es klappt gut, Absagen sind bisher die absolute Ausnahme.

Auch der Kalender braucht Pflege

Ein wichtiger Baustein, um den Frühjahrsansturm gut zu bewältigen, ist ein sorgfältig gepflegter Kalender. Wir blocken immer langfristig Kapazitäten für die Kunden, bei denen wir wöchentlich sind. Auch die regelmäßigen Arbeiten, die in größeren Abständen anfallen, terminieren wir frühzeitig, so dass diese Termine schon längst im Kalender stehen, bevor der Frühling überhaupt beginnt. So haben wir einen guten Überblick über unsere verbleibenden Kapazitäten. Was ich mir für diese Saison vorgenommen habe: Für wiederkehrende Leistungen nicht mehr auf eine Anfrage zu warten, sondern selbst aktiv zu werden. Das hat Vorteile für alle Beteiligten: Der Kunde bekommt Kontinuität und das Gefühl, gut betreut zu werden. Wir bekommen einen Kalender, der von innen heraus stabil ist und nicht von außen durchgeschüttelt werden kann, selbst nach einem langen Winter. Das Wetter können wir ja bekanntlich nicht organisieren, den Kalender schon.

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