
Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und Fachkräfte im Fokus
Die GaLaBau 2026 im September rückt die zentralen Zukunftsthemen der grünen Branche in den Fokus: Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und die Sicherung qualifizierter Fachkräfte. Europas führende Fachmesse für Garten- und Landschaftsbau präsentiert Lösungen – von klimaresilienter Stadtgestaltung über emissionsfreie Maschinen bis hin zu praxisnahen Konzepten für die Nachwuchsförderung. Mit Highlights wie dem GRÜN-BLAUE PFAD, der E-Mobility Area und dem Landschaftsgärtner Cup wird GaLaBau zum Treffpunkt für alle, die die grüne Zukunft gestalten wollen.
von NürnbergMesse/Redaktion erschienen am 18.03.2026Viele aktuelle Herausforderungen stehen direkt im Zusammenhang mit der Erderwärmung. Egbert Roozen, Generalsekretär der europäischen Vereinigung des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus (ELCA), sieht den Landschaftsgartenbau als Teil der Lösung: „Der Landschaftsgartenbau befindet sich in einem vielversprechenden Wandel. Unsere grünen Projekte werden als naturbasierte Lösungen für ein besseres Klima, mehr Biodiversität und öffentliche Gesundheit geschätzt. Dieser Wandel wird durch die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur unterstützt, die ehrgeizige Ziele für die Begrünung von Städten festlegt.“ Nachhaltigkeit wird auch auf der GaLaBau 2026 wieder zum Schlüsselthema. Die Messe präsentiert nachhaltige Lösungen und Innovationen, die den grünen Sektor prägen – von klimaangepasster Stadtgestaltung bis hin zu emissionsfreier Technik. Programm-Highlights wie der GRÜN-BLAUE PFAD zeigen praxisnah, wie Wasser- und Grünflächen zur Klimaanpassung beitragen. Die E-Mobility Area demonstriert, wie elektrische Maschinen und Fahrzeuge den CO2-Fußabdruck im GaLaBau reduzieren. Damit wird die Messe zum Hub für alle, die die Zukunft der grünen Infrastruktur aktiv gestalten wollen.
Vorreiter auf kommunaler Ebene
Die Entwicklung klimaeffizienter Infrastruktur zu einem zentralen Trend zeigt sich auch auf kommunaler Ebene – das bestätigt Dirk Böcker, Geschäftsführer des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL). „Aus meiner Sicht wird die Klimaanpassung im kommenden Jahr das prägende Thema für den GaLaBau sein. Wir erleben in Städten und Gemeinden ganz konkret, wie wichtig hitzereduzierende Freiräume, durchdachte Regenwasserkonzepte und widerstandsfähige Pflanzenverwendungen werden. Gerade bei Dach- und Fassadenbegrünungen sind Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner gefragte Expertinnen und Experten, weil sie Planung, Bau und Pflege ganzheitlich zusammenbringen. Diese Aufgaben eröffnen der Branche neue Märkte, stärken ihre Rolle als Problemlöser und erweitern die Kompetenzfelder weit über das klassische Grün hinaus.“ Prof. Stephan Lenzen, Präsident des Bunds Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) bringt die Herausforderung für das kommende Jahr ebenfalls prägnant auf den Punkt: „Wie wir in Zukunft leben wollen, hängt maßgeblich davon ab, wie wir unsere Städte, Dörfer und Freiräume gestalten. Das Gebot der Stunde: grün-blaue-bunte Infrastrukturen. Blau steht für das Wassermanagement in Zeiten zunehmender Hitze und Trockenheit, grün für Vegetation, Biodiversität und ökologische Funktionen. Bunt ergänzt diese Perspektive um die soziale Dimension der Diversität – den Schutz wertvoller Ökosysteme ebenso wie die Vielfalt der Menschen, die Freiräume nutzen. Dazu gehört auch die Gestaltung gendergerechter, inklusiver und barrierefreier Orte, die allen gesellschaftlichen Gruppen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen.“
Die GaLaBau-Branche hat das Potenzial, eine führende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel einzunehmen – eine große Chance, aber ebenso eine große Verantwortung. Lenzen, der mit dem bdla die planenden Berufe der Branche vertritt, fordert seine Kolleginnen und Kollegen entsprechend deutlich auf: „Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Architektur, Verkehrsplanung und viele weitere müssen eine Vorreiterrolle einnehmen, um klimagerechte und klimaresiliente Lebensräume zu entwickeln. Die ökologischen und sozialen Folgen des Klimawandels machen diese Aufgabe dringend.“ Gleichzeitig stehen viele Kommunen unter erheblichem finanziellem Druck. Laut Lenzen braucht es daher insbesondere auf kommunaler Ebene kreative Lösungsansätze und klare Prioritäten in der Planung, um Zukunftsprojekte trotz begrenzter Mittel realisieren zu können.
Fachkräftemangel: Die zweite große Baustelle
Um die Vorreiterrolle bei Klimaanpassung und nachhaltiger Infrastruktur einnehmen zu können, braucht die GaLaBau-Branche qualifizierte Fachkräfte. Doch genau diese fehlen. Europaweit berichten Betriebe von Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Besonders groß ist der Engpass bei Bauleitern und Projektverantwortlichen. Die Gründe dafür sind vielfältig: steigende Komplexität der Projekte, wachsende Anforderungen, ein Imageproblem bei jungen Menschen und begrenzte politische Bereitschaft zur Fachkräftezuwanderung. Die Branche fordert daher Reformen und Initiativen, um Nachwuchs zu gewinnen und Weiterbildung zu fördern.
Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen bleibt die Organisation und Sicherstellung ausreichender Arbeitskräfte. Entsprechend stellt sich auch die ELCA die zentrale Frage: Wie kann gewährleistet werden, dass der Sektor künftig über genügend gut ausgebildete Fachkräfte verfügt? Für Egbert Roozen ist der Fahrplan für 2026 klar: „Die berufliche Ausbildung innerhalb der EU – Union of Skills – ist 2026 ein Schwerpunktthema für die ELCA. Eine unserer Initiativen im kommenden Jahr ist die Gründung eines europäischen Netzwerks von Zentren für berufliche Exzellenz in unserem Sektor, um den europäischen Austausch über berufliche Bildung und lebenslanges Lernen zu fördern.“ Ein Projekt, das europaweit Wirkung entfalten und auf Länder- wie Kommunalebene neue Impulse für die Mitarbeitergewinnung setzen soll.
Auch Dirk Böcker setzt große Hoffnungen auf diese Entwicklungen – insbesondere für Deutschland: „Es gilt klar zu vermitteln, wie vielseitig, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert der Beruf der Landschaftsgärtnerin und des Landschaftsgärtners ist. Wer heute in der Branche arbeitet, gestaltet Klimaanpassung, Lebensqualität und nachhaltige Infrastruktur ganz konkret mit. Gleichzeitig steigen die fachlichen Anforderungen – von Technikverständnis bis Projektorganisation. Die GaLaBau 2026 wird dafür einen idealen Rahmen bieten, weil sie Technik, Wissen und Inspiration an einem Ort zusammenführt.“
Bereits heute gibt es gezielte Initiativen wie den Landschaftsgärtner-Cup auf der GaLaBau in Nürnberg, der jungen Gärtnern die Möglichkeit bietet zu zeigen, wie vielseitig und spannend ihr Beruf sein kann. Solche Wettbewerbe tragen dazu bei, das Berufsbild moderner und sichtbarer zu machen.
Die GaLaBau 2026 als Trendsetter
Die Herausforderungen der Branche sind komplex: Klimaanpassung und Fachkräftemangel müssen gleichzeitig bewältigt werden. Isabel Grundner, Veranstaltungsleitung der GaLaBau, unterstreicht die Bedeutung einer zentralen Plattform: „Die jüngsten Extremwetterereignisse – von Hitzeperioden bis Starkregen – stellen Städte und Gemeinden vor enorme Herausforderungen. Deutschlands Städte müssen grüner werden, trotz begrenzter Flächen. Parallel dazu bleibt die Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften eine zentrale Aufgabe. Innovation und Weiterentwicklung sind gefragt – umso wichtiger ist es, der Branche Plattformen wie die GaLaBau in Nürnberg zu bieten, um sich zu informieren, auszutauschen und am Puls der Zeit zu bleiben.“ Die GaLaBau 2026 greift diese Themen auf und bietet mit Highlights wie dem GRÜN-BLAUEN PFAD, der E-Mobility Area und dem beliebten Landschaftsgärtner-Cup praxisnahe Lösungen für Klimaanpassung, Fachkräftegewinnung und nachhaltige Technologien. Sie wird damit zum Treffpunkt für alle, die die Zukunft des grünen Sektors aktiv gestalten wollen.




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