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100 Jahre Grüne Woche

GaLaBau macht aus Blumenhalle einen „Babylon Garden“

Die Internationale Grüne Woche in Berlin feiert ihr hunderjähriges Bestehen. Die Erzeugergenossenschaft Landgard ließ den GaLaBau die namhafte Blumenhalle in einen „Babylon Garden“ verwandeln; ein ganz schöner Aufwand für ein kurzfristiges Spektakel.

von Thomas Herrgen, Frankfurt/Red erschienen am 19.01.2026
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Blumenhalle der Grünen Woche 2026
Blumenhalle der Grünen Woche 2026 © Thomas Herrgen, Frankfurt

Seit einem Jahrhundert präsentieren sich Landwirtschaft, Erzeugergenossenschaften und der Gartenbau gemeinsam auf der „Grünen Woche“. Hervorgegangen aus einem losen Zusammenschluss einzelner mit der ersten Präsentation auf dem Berliner Kaiserdamm professionalisierte sich die Leistungsschau immer mehr und zog später in die neuen Berliner Messehallen ein. Während 75% der Aussteller Lebensmittel und ihre Herstellung zeigen, ist das restliche Viertel auf Gartenbau, Floristik, sowie Garten- und Landschaftsbau konzentriert. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand dafür eigens die Halle 9 mit der größten Bruttoquadratmeterfläche zur Verfügung und war als „Internationale Blumenhalle“ ausgewiesen. Hier wurden bereits herausragende Gestaltungen gezeigt, von lebenden Gemälden aus Blühpflanzen über die Inszenierung von Goethes Farbenkreis, über einen kompletten „Thüringer Wald“ bis hin zu bepflanzten venezianischen Gondeln im Karnevalsdesign. Waren früher und für viele Jahre die Berliner Landschaftsarchitekten Neumann-Gusenburger für Entwurf und Gestaltung der Blumenhalle verantwortlich, übertrug die Messe Berlin GmbH die Aufgabe vor einigen Jahren an die Erzeugergenossenschaft „Landgard“ mit der Initiative „1000 gute Gründe“. Geplant hat die Pflanzung Bettina Loose und umgesetzt hat es das Greenovis-Unternehmen Rüdiger Brandenburg aus Seddiner See.

„Babylon Garden“, die golden Twenties“

Zum 100. Geburtstag der Grünen Woche in diesem Jahr gestaltete sie die Blumenhalle zum „Babylon Garden – Blütezeit der goldenen Zwanziger“. Hiermit sollte an die Anfänge der IGW in den wirtschaftlich guten und politisch noch halbwegs ruhigen 1920-er Jahre erinnert werden. Die Halle 2.2a der Messe Berlin verwandelte sich dazu in eine „elegante Parkanlage voller Nostalgie und zeitloser Schönheit“. Ab Mitte Dezember waren dafür umfangreiche Bauarbeiten in der Halle erforderlich. So mussten mehr als 250 Meter Winkelstützmauern (Galabeton aus Velten) bis zu 100 cm Höhe herangeschafft, temporär verbaut und die hergestellten Hochbeete mit Boden und Substrat verfüllt werden. Gepflanzt wurden dann mehr als 30 Bäume, zahlreiche Sträucher (Gehölze: Baumschule Lorberg), zehntausende vorgezogene Frühlingsgeophyten und die Flächen ringsum erhielten mittels Rollrasen ein sofort grünes Erscheinungsbild.

Die Gestaltung folgte ein wenig den Stadtschmuckplätzen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts mit strenger Geometrie, Symmetrie und der Pflanze als Werkzeug. Hinzu kam ein nostalgischer Brunnen in der Mitte mit einem Platz, auch zum Hinsetzen und Pausieren. Am Rand der einen Seite lag zudem ein Indoor-Wald, auf der anderen konnte man über den „Boulevard entlang glamouröser Häuserfronten flanieren und sich in der Parkanlage vom Messetrubel erholen“, so Landgard. Highlight an der östlichen Kopfseite war der florale Nachtclub inklusive Tanzfläche und Revuetreppe, wo Swing auf Glanz und bunt blühende Blumen traf. Selfi-Stationen sorgten für farbenfrohe und stilvolle Erinnerungsfotos in der ganzen Halle, die die Besucher:innen in die verruchte Welt der goldenen 1920er-Jahre entführte. (Grüne Woche Berlin, 16.-25. Januar 2026).

Blumenhalle Faktentafel
  • mehr als 1.000 m² begrünte Flächen
  • 35.000 Frühjahrsblüher
  • 35 Großgehölze bis STU 40
  • ca. 100 Sträucher bis H 150
  • ca. 650 m³ Erdarbeiten/Boden-/Substratlieferung
  • ca. 500 m² Rollrasen geliefert und verlegt
  • 5 Lkw Winkelsteine H 50 bis 80, ca. 300 lfdm (Beeteinfassungen)
  • Beete formal gestaltet mit Frühjahrsblühern und Formgehölzen (Taxus baccata)
  • „Wald“ mit Laub-/ und Nadelbäumen, Formgehölzen
  • Zentraler, großer Springbrunnen im Platz
  • Kopfseite West als Highlight: Spiegelpavillon mit exotischen Pflanzen
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