
Interview mit Boris Bossmann, Ammann Gartenbau AG
„Wir zeigen, dass Pflege ein professionelles Handwerk ist, kein Nebenjob“
Boris Bossmann betreibt die Ammann Gartenbau AG in Meilen am Zürichsee. Das Unternehmen hat rund 35 Mitarbeitende und macht über die Jahre durchschnittlich rund 60 Prozent des Umsatzes mit Garten-Unterhalt, also mit Gartenpflege.
von Redaktion erschienen am 13.02.2026
Gartenpflege ist bei Ammann Gartenbau eine qualifizierte Tätigkeit für gut ausgebildete Spezialisten. © Ammann Gartenbau AG, Meilen
DEGA: Mal etwas anderes: Du sagst provokant, dass sich für Dich ein Laubbläser viel mehr lohnt wie ein Bagger. Das musst Du wahrscheinlich mal erklären. Bossmann: Bei uns wird im Unterhalt alles nach Aufwand abgerechnet. Eine Heckenschere oder auch einen Laubbläser verkaufen wir für 41.- CHF (ca. 45 Euro) bzw. 39.- CHF je Stunde. Entsprechend kann man sagen, dass nach einem Monat sicherlich so viele Stunden aufgelaufen sind, dass man wieder ein neues Gerät kaufen könnte. DEGA: Du gast die digitalen Werkzeuge schon angeschnitten. Wie ist bei Euch die Pflege organisiert, esd macht ihr digital? Bossmann: Wir arbeiten mit klaren Pflegeplänen, dokumentieren wichtige Punkte und versuchen, wiederkehrende Abläufe zu standardisieren. Digital hilft uns vor allem bei Planung, Rapport und Nachverfolgung: Was wurde wann gemacht, was ist aufgefallen, was ist der nächste Schritt. Das erhöht Qualität und entlastet das Team, weil weniger Chaos entsteht. Auch die interne Kommunikation, die Einbeziehung des ganzen Teams an Entscheidungen, Ablagen und Erinnerungen werden digital ausgerollt. Ammann Gartenbau gehört auf dem Schweizer Markt sicher zu dem digitaleren Viertel, vielleicht sogar noch mehr. Aber auch hier ist es wichtig, alle Mitarbeitenden mitzunehmen. Wir haben ein rund halbes Dutzend Apps, welche die Mitarbeiter auf ihren mobilen Geräten im Einsatz haben. Da muss man immer auch vorsichtig sein, dass der analogere Teil der Belegschaft auch mitgenommen wird. DEGA: Was würdest Du den Kolleginnen und Kollegen in Deutschland zuwerfen, wie kann man die Pflege in der Branche besser etablieren? Bossmann: Pflege muss im Kopf gleichwertig sein wie Bau. Wer Pflege als Kernkompetenz positioniert, verkauft nicht nur Stunden, sondern Stabilität, Schönheit und Werterhalt. Dazu gehört: klare Pakete, transparente Leistung, realistische Intervalle, saubere Kommunikation und ein Team, das fachlich wachsen kann. Wenn Pflege als professionelles Produkt gedacht wird, wird sie automatisch sichtbarer und attraktiver.
„Ich kaufe lieber einen Laubbläser als einen Bagger. Einen Laubbläser habe ich nach einem Monat refinanziert. Das ist eine echte Cash-Cow!“ Bpris Bossmann, Ammann Gartenbau AG
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