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GaLaBau-Fachtagung in Norderstedt

Die grüne Branche liefert Lösungen für Städte

Am 20. Februar kamen in Norderstedt 200 Fachleute aus grünen Verbänden, der Stadtplanung sowie aus Politik, Kommunalverwaltung und Wohnungswirtschaft zur GaLaBau-Fachtagung zusammen. Hauptthema war die moderne Stadtplanung, die sich dem Klimawandel stellt.

von FGL Nord/Redaktion Quelle FGL Nord erschienen am 23.02.2026
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Am 20. Februar kamen rund 200 Expertinnen und Experten für Grün bei der GaLaBau-Fachtagung des FGL Nord im Kulturwerk Norderstedt zusammen, um sich auszutauschen
und fortzubilden.
Am 20. Februar kamen rund 200 Expertinnen und Experten für Grün bei der GaLaBau-Fachtagung des FGL Nord im Kulturwerk Norderstedt zusammen, um sich auszutauschen und fortzubilden. © FGL Nord

„Die Verschmelzung unserer GaLaBau-Fachverbände Schleswig-Holstein und Hamburg haben wir zum Anlass genommen, die GaLaBau-Fachtagung 2026 an die Grenze zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein nach Norderstedt zu holen. Damit öffnen wir diese seit fast 40 Jahren etablierte Veranstaltung für Fachleute aus beiden Bundesländern und schaffen das Forum für einen verbindenden Diskurs“, sagte Ludger Plaßmann, Vizepräsident des FGL Nord, zu Beginn der Fachtagung. Im November 2025 war der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nord (FGL Nord) entstanden.

Ludger Plaßmann, Vizepräsident des FGL Nord, führte durch die Fachtagung und appellierte
an die schleswig-holsteinische Landesregierung und den Hamburger Senat, die Anpassung
an die Folgen des Klimawandels nicht aus den Augen zu verlieren.
Ludger Plaßmann, Vizepräsident des FGL Nord, führte durch die Fachtagung und appellierte an die schleswig-holsteinische Landesregierung und den Hamburger Senat, die Anpassung an die Folgen des Klimawandels nicht aus den Augen zu verlieren. © FGL Nord

Dem FGL Nord, so Plaßmann weiter, gehörten nun 213 landschaftsgärtnerische Fachbetriebe mit Sitz in Schleswig-Holstein und der Metropolregion Hamburg an, die sich für ihren Berufsstand und die grün-blaue Infrastruktur im Norden stark machten. Genau hierfür stehe auch die GaLaBau-Fachtagung. „Angesichts der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Prioritäten drohen die zentralen grünen Themen wie Klimawandel, Bauwerksbegrünung und Stadtgrün auch bei uns im Norden aus dem Fokus zu geraten. Unser Appell an die schleswig-holsteinische Landesregierung und den Hamburger Senat lautet: Wir dürfen und können die Klimafolgenanpassung und die mit ihr einhergehende blau-grüne Infrastruktur nicht aus den Augen verlieren!“

Möglichkeiten nicht ausgeschöpft

Plaßmann betonte weiter: „Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe und sollte als eine solche gesehen und behandelt werden! Es gibt Förderprogramme zur planerischen und gestalterischen Anpassung an den Klimawandel, aber in Schleswig-Holstein werden die zur Verfügung stehenden Mittel von den Kommunen und den öffentlichen Bedarfsträgern häufig nicht optimal abgerufen.“ Dies liege auch daran, dass in den Verwaltungen die notwendige Fachexpertise und -begleitung fehle. „Hierdurch gehen dem Land wichtige impulsgebende Projekte verloren. Weiterhin bedarf es einer Koordination der Fördermittel auf Landesebene, die Verwaltungen, Planende und ausführenden landschaftsgärtnerische Fachbetriebe zusammenbringen.“

Stadt Hamburg geht voran

Der Vizepräsident des FGL Nord schloss seine Begrüßung mit einer positiven Nachricht: „Mit circa 9 Mio. m2 Dachbegrünungsfläche gehört Deutschland zu den weltweiten Spitzenreitern. Wir müssen jedoch aufpassen, dass keine Flächenkonkurrenz zwischen extensiven Dachbegrünungen und Photovoltaik-Anlagen entsteht. Das Hamburger Klimagesetz, das ab 2027 eine Gründach-Solarpflicht vorsieht, geht hier einen Weg in die richtige Richtung.“

Als Repräsentantin des Hamburger Senats leitete die Staatsrätin Dr. Stefanie von Berg die
GaLaBau-Fachtagung mit einem Grußwort ein. Ihr Thema: Der Stellenwert des Grüns in der
aktuellen Hamburger Klimapolitik.
Als Repräsentantin des Hamburger Senats leitete die Staatsrätin Dr. Stefanie von Berg die GaLaBau-Fachtagung mit einem Grußwort ein. Ihr Thema: Der Stellenwert des Grüns in der aktuellen Hamburger Klimapolitik. © FGL Nord

„Die Gründachpflicht gilt dann für 70 % der neuen oder umgebauten Dächer mit einer Neigung von bis zu 10°, die PV-Pflicht für 30 % dieser Dächer. Hier kommen Sie als LandschaftsgärtnerInnen ins Spiel“, sagte Dr. Stefanie von Berg, Staatsrätin der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) bei ihrem Grußwort. „Grün hat in Hamburg oberste Priorität. Wir möchten zeigen: Es geht!“ Sie ging dabei auf die vorgesehene Klimaneutralität von Hamburg im Jahr 2040 (nach Bürgerentscheid), geplante Entsiegelungsprojekte und die Stadtbäume ein.

Hielten Vorträge rund um das Thema grün-blaue Infrastruktur und klimaresiliente
Stadtplanung (v. l.): Dr. Bernhard Scharf, Lene Zingenberg und Dr. Markus Streckenbach
Hielten Vorträge rund um das Thema grün-blaue Infrastruktur und klimaresiliente Stadtplanung (v. l.): Dr. Bernhard Scharf, Lene Zingenberg und Dr. Markus Streckenbach © FGL Nord

Planung und GaLaBau mit Schlüsselrolle

„Städte gleichen heute ökologisch einer Steinwüste und sind somit kein geeigneter Lebensraum für Menschen. Wir kommen aus dem Wald und wollen Wald und Wasser! Es gilt also, unsere Städte zu transformieren. Die Änderung des Klimas und die daraus wachsenden Klimarisiken zwingen uns zu umgehendem Handeln, um Lebensqualität, Gesundheit, Klimaresilienz und Sicherheit zu gewährleisten“, sagte der erste Referent Dr. Bernhard Scharf, Wissenschaftler am Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau an der BOKU Universität in Wien. Die Herausforderung dieser Transformation erfordere ein Zusammenspiel aller beteiligten Akteure, insbesondere der Landschaftsarchitektur und des Landschaftsbaus. „Der Einsatz grün-blauer Infrastrukturen muss effizient und wirksam geplant werden, die Umsetzung qualitätsvoll und nachhaltig erfolgen. Der Garten- und Landschaftsbau hat somit eine Schlüsselrolle im Bestreben, klimaresiliente Stadt- und Lebensräume für Menschen zu schaffen“, lautete Scharfs Fazit.

„Landschaft und Natur sind keine Kulisse, sondern Ausgangspunkt jedes Projektes!“ Die Frage „Was können Dänen besser?“ stellte Ludger Plaßmann der Referentin Lene Zingenberg, Projektleiterin und Landschaftsarchitektin beim Architekturbüro Cobe in Kopenhagen. Cobe gestaltet zukunftsfähige Projekte im Spannungsfeld von Architektur, Städtebau und Landschaftsarchitektur. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mensch und die Frage, wie Freiräume zur Lebensqualität in Städten beitragen können. „Bei Cobe gestalten wir die Stadt von morgen mit Landschaft und Natur im Zentrum – wir stärken Anpassungsfähigkeit durch Resilienz, fördern Inklusivität durch Vielfalt und schaffen Schönheit durch sinnstiftende Verbindungen. Landschaft und Natur werden dabei nicht als bloße Kulisse verstanden, sondern als Ort, Ausgangspunkt und tragendes Fundament jedes Projektes“, führte Lene Zingenberg aus und illustrierte diese Philosophie an ausgewählten Cobe-Projekten, unter anderem die Entwicklung des ehemaligen Industriehafens Nordhavn in Kopenhagen, der Umgestaltung des Deutzer Hafens in Köln und der Realisierung der neuen Quartiere in Hamburg Bahrenfeld.

„Schwammstadt-Modelle müssen den Bedürfnissen der Bäume entsprechen“

Dr. Markus Streckenbach, Sachverständiger für urbane Vegetation widmete sich im Vortrag dem Thema „Baumpflanzungen und Baumrigolen im Modell der Schwammstadt“. „Wird ein Baum an einem Standort gepflanzt, handelt es sich um einen Baumstandort, der den Anforderungen eines Baumes entsprechen muss“, betonte der Fachmann. Im Winter zum Beispiel müsse der Eintrag von Streusalzen in Baumstandorte, auch in so genannte Baumrigolen, effektiv verhindert werden, da andernfalls nicht nur die Entwicklung der darin gepflanzten Bäume gefährdet sei, sondern auch die Funktionalität des Systems der Baumrigole. „Baumstandorte mit Rigolen können dann einen ganz wesentlichen Beitrag zur Schwammstadt leisten, wenn sie nach den bestehenden baumfachrechtlichen Vorgaben geplant und gebaut werden. Dasselbe gilt für die Pflanzung von Bäumen", argumentierte Streckenbach. Das bedeute zum Beispiel auch: Bäume dürften nicht eingesperrt und der sie umgebende Boden nicht so stark verdichtet werden, dass Wasser nicht mehr versickern und der Baum den Boden nicht mehr durchdringen könne.

Zum Ende der GaLaBau-Fachtagung in Norderstedt zeigten sich die Organisatoren beim FGL Nord zufrieden: „Es war eine gelungene Premiere in Schleswig-Holstein mit Themen, die alle Teilnehmenden zum Nachdenken und zur Diskussion angeregt haben. Die Anpassung an den Klimawandel gehört gerade in der Stadtplanung zu den größten Herausforderungen unserer Zeit, und es ist unsere Aufgabe, diese Herausforderung engagiert anzugehen“, sagte Dr. Michael Marrett-Foßen, Geschäftsführer des FGL Nord.

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