
„Vom Abau bürokratischer Hürden ist im betrieblichen Alltag nichts zu spüren“
Hendrik Bogie ist im namhaften Gartencenter in Meerbusch bei Düsseldorf aufgewachsen und hat sich auf den GaLaBau spezialisiert, den er unter dem Namen Terra Viridis betreibt. Er engagiert sich beim VGL NRW und sagt: Wir schauen optimistisch in die Zukunft.
von Hendrik Bogie, Meerbusch erschienen am 12.01.2026Die wirtschaftliche Lage im Rheinland zeigt sich im vergangenen Jahr 2025 – insbesondere im Großraum Düsseldorf – sehr stabil. Als kleiner Betrieb mit aktuell sieben Mitarbeitern, der nahezu ausschließlich im Privatgarten tätigt ist blicken wir auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Auch die Vorzeichen für 2026 stehen gut. Die Nachfrage ist gut und das Jahr ist bereits üppig beplant. Die Qualität der Anfragen ist hoch und Kunden treten gut informiert an uns heran und sind bereit in hochwertige Gestaltung und fachgerechte Ausführung zu Investieren.
Diese Entwicklung beobachten wir vor allem im Bestand und gewachsenen Siedlungen. Hier ist die Investitionsbereitschaft deutlich höher als in Neubaugebieten, wo Kostenbewusstsein und Zurückhaltung wesentlich stärker geprägt sind. Dementsprechend ergeben sich für gewachsene Betriebe mit einer breiten Stammkundschaft gute Rahmenbedingungen.
Besonders im Bereich der Unterhaltungspflege sehe ich großes Potential. Die fachlich gute und vertrauensvolle Pflege, der in den letzten Jahrzenten, oft aufwändig, gestalteten Gartenanlagen ist ein absoluter Wachstumsmarkt in unserer Region. Gartenanlagen sind mehr als nur gestaltete Fläche. Sie leben von Pflanzenwissen, Pflegekompetenz, langfristigem Denken und im Zusammenspiel mit dem Kunden nicht zuletzt von der sozialen Kompetenz unserer Mitarbeitenden. Kunden genießen den vollumfänglichen Service und die Verlässlichkeit im Laufe des Gartenjahres. Termine werden hier bereits für ein ganzes Jahr vorausgeplant, sodass hier nahezu eine Dauerauslastung entsteht. Unternehmerisch gut planbar bieten diese Unterhaltungsarbeiten immer wieder auch das Potential einer Umgestaltung.
Darüber hinaus ist die Entwicklung im Bereich der Vegetationstechnik sehr erfreulich. Die Wertschätzung für vielfältige und qualitativ hochwertige Bepflanzung nimmt spürbar zu. Immer mehr Auftraggeber wünschen sich naturnahe, lebendige Gärten mit Dynamik und ökologischem Mehrwert. Dies merken wir besonders im städtischen Raum. Die Kunden wollen in Ihrem Garten der Großstadt entfliehen. Diese Entwicklung ist im Hinblick auf das Berufsbild des Landschaftsgärtners ein sehr positives. Die Branche muss diesen Weg mitgehen und das ‚Grün‘ wieder in den Mittelpunkt rücken. Sei es in der Ausbildung unserer Fachkräfte, der Außendarstellung, als auch in Planung und Ausführung. Die Entwicklung der letzten Jahre ist hier sehr erfreulich – aus meiner Sicht sind wir allerdings bei weitem nicht am Ende.
Herausfordernd bleibt für uns kleineren Betriebe oft der zunehmende bürokratische Aufwand. Dieser schluckt im operativen Geschäft wertvolle Zeit und Ressourcen. Genehmigungsverfahren oder die Beantragung der temporären Nutzung öffentlicher Flächen nehmen durch lange Bearbeitungszeiten und die schwierige Kommunikation mit entsprechenden Stellen oft viel Zeit in Anspruch. Obwohl in politischer Ebene – zuletzt auch deutlich – ein Abbau bürokratischer Hürden angekündigt wurde, ist dies im betrieblichen Alltag nicht zu spüren. Es wäre wünschenswert, dass die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden, greifen und somit das Unternehmertum wieder attraktiver gestalten.
Im Wesentlichen schauen wir positiv auf das nun nahende Gartenjahr. Die Vorzeichen stehen gut und wir sind voller Vorfreude die geplanten Projekte umzusetzen.


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