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Leinefelde-Worbis

Thüringens Ministerpräsident eröffnet Landesgartenschau

Die Tore wurden bereits am 23. April geöffnet, am 25. April fand dann die offizielle Eröffnungsfeier statt. Nach großen Herausforderungen waren nun alle Verantwortlichen erleichtert und von Freude erfüllt – genau wie die Einheimischen, die bei tollem Wetter das Gelände in Besitz nahmen.

von Claudia von Freyberg Quelle LGS Leinefelde-Worbis erschienen am 27.04.2026
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LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte, Ministerpräsident Mario Vogt, Moderator Peter Escher, Landrätin Dr. Marion Frant und Stadtbürgermeister Christian Zwingmann
LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte, Ministerpräsident Mario Vogt, Moderator Peter Escher, Landrätin Dr. Marion Frant und Stadtbürgermeister Christian Zwingmann © Claudia von Freyberg

„Gehen Sie langsam, nehmen Sie sich Zeit, sprechen Sie mit den Menschen“, rief Ministerpräsident Mario Vogt den Gästen der Eröffnungsfeier zu. Thüringen, das grüne Herz Deutschlands, das Vogt am Revers trug, zog sich auch durch seine Rede. Es sei gerade im Eichsfeld spürbar. Die Schau sei ein Versprechen darüber, „was wir leisten wollen und dass wir eine Zukunft haben“. Er dankte ausdrücklich und zuerst den Gärtnern, Handwerkern, Planern und allen Beteiligten für ihre Leistungen und den Einwohnern für ihre Geduld – darin war er sich mit Stadtbürgermeister Christian Zwingmann, Landrätin Dr. Marion Frant und LGS-Geschäftsführer Stefan Nolte einig.

Offene Worte und hinter vorgehaltener Hand

Denn die Gartenschau hatte ihre Anlaufschwierigkeiten, nicht nur durch Corona, archäologische Funde, steigende Preise und Entscheidungen mit Tragweite (der Abriss von 850 Garagen für die Fläche war so eine). Wie man von verschiedener Stelle hörte und wie auch Karsten Hain, Präsident des Fachverbands GaLaBau (FGL) sowie Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege Hessen-Thüringen, in seiner Rede anklingen ließ, gab es ein Hin und Her an Zuständigkeiten, es fehlte an Zusammenarbeit zwischen Planung und Verwaltung und an der frühzeitigen Einbeziehung der Expertise der grünen Berufe. „Ich sage das nicht um der Kritik willen, sondern aus unserer Sorge um bestmögliche Ergebnisse.“ Hain dankte der Thüringer Landesregierung und mehreren Institutionen für die vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit, die eine lange Tradition habe.

Bis zuletzt hatte man gehofft, noch Investoren für die in der LGS-Gestaltung vorgesehene Wohnanlage zu bekommen – vergebens. Deshalb kamen Gartenbau und GaLaBau extrem spät zum Zuge. „Wir durften erst Mitte März auf unsere Fläche“, erzählte Dr. Gerd Reidenbach vom Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau Erfurt (LVG), das gemeinsam mit dem Landesverband Gartenbau auftritt. Auch die Landschaftsgärtner standen extrem unter Druck und konnten das Werk vor allem durch gute Teamarbeit der Betriebe vollenden. Die späte Fertigstellung und das kontinentale Thüringer Klima waren der Grund, weshalb vieles noch nicht so prächtig aussah – bis auf die Frühblüher, die ein Farbenfeuerwerk erzeugten. Die beiden Landschaftsarchitekturbüros für die Planung der LGS haben sich laut Aussagen Beteiligter nach Querelen mit der LGS zurückgezogen und waren auch nicht auf der Eröffnungsfeier präsent.

Eindrücke vom Rundgang

Die Besucher merken von alldem wahrscheinlich nichts – augenscheinlich und nach Gesprächen mit einigen von ihnen sind sie begeistert darüber, was entstanden ist. Sie erzählten vom Zustand vorher und können den Unterschied ermessen. Zudem sind in der Stadt und außerhalb auch neue Straßen etc. gebaut worden. Über 10.000 Besucher zählte man am ersten Wochenende.

Aus fachlicher Sicht muss man aus genannten Gründen sicher Abstriche machen. Frühblüher, vor allem prächtige Tulpensorten, Narzissen, Fritillaria, Violen und Bellis sowie blühendes (Zier-) Obst sorgen im Moment großflächig für gute Laune. Wechselflor nimmt einen großen Raum ein. Stauden und Gehölze müssen sich noch entwickeln. Stein und Rindenmulch dominieren (noch) an vielen Stellen das Bild. Die Ufer des renaturierten Flüsschens Ohne sind ein wohltuendes Element. Das Gelände mit naturnahen Flächen erstreckt sich über den ganzen Augarten mit Auwald und der wiederentdeckten Wüstung Kirrode, einem archäologischen Höhepunkt.

Wer an einen heißen Sommer denkt, vermisst Schatten, vor allem an dem großen Spielplatz kurz vor den Schaugärten, der von Beton, Kies und Stahl geprägt ist. Nahe der Skateanlage gibt es drei „Inseln“ von grobem, aufgehäuftem Schotter, in den Birken gepflanzt wurden. Das lässt einen etwas ratlos zurück.

Ein Juwel ist Tüffers Garten im Lunapark, der mit einem Shuttle zu erreichen ist. Der Lunapark wurde durch den Verschönerungsverein aufgewertet, später weiterentwickelt und enthält einen älteren Baumbestand, Sport- und Spielanlagen sowie ein Wiesentheater. Dr. Tüffer, ein naturliebender Arzt, hatte Anfang des 20. Jahrhunderts einen Garten angelegt, der die letzten Jahrzehnte verwahrloste. Nun ist er ein lohnendes Ziel – samt Haus mit Café.

Highlight Blumenblock

Ein Teil eines Plattenbaublocks in der Nachbarschaft dient zu verschiedenen sehenswerten Ausstellungen, darunter der Floristik. Der deutsche Floristmeister Christopher Ernst ist Thüringer und gestaltet die Schauen auf der LGS – mit großartigen Werkstücken verschiedenster Art und Größe. Der Blumenblock ist insgesamt eine absolute Empfehlung.

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