
Cybersicherheit brauchen auch kleine Betriebe
Wie gut sind Handwerksbetriebe auf Cybervorfälle vorbereitet? IT-Hersteller Sophos ist dem in einer Umfrage nachgegangen. Sie zeigt, wie Unternehmen ihre Wiederanlauffähigkeit einschätzen – und wie unterschiedlich der Vorbereitungsstand ausfällt. Dazu gibt es Handlungsempfehlungen.
von Sophos/Redaktion Quelle Sophos erschienen am 22.01.2026In den meisten befragten Handwerks- und handwerksnahen Betrieben ist Cybersicherheit klar zugeordnet. 67 % der Unternehmen betreiben Cybersicherheit inhouse und mit zusätzlicher Unterstützung von externen Dienstleistern. Weitere 19,5 % setzen ausschließlich auf interne Ressourcen, während 12,5 % das Thema vollständig an externe Anbieter ausgelagert haben. Lediglich 1 % der Betriebe gibt an, dass es keine klare Zuständigkeit gibt.
Digitale Vernetzung ist in vielen Handwerksbetrieben fester Bestandteil der täglichen Arbeit – etwa durch Maschinensteuerungen, digital angebundene Werkzeuge oder mobile Endgeräte auf Baustellen. Entsprechend stellt sich für viele Betriebe die Frage, wie diese digital unterstützten Prozesse und Systeme abgesichert werden. 58 % der befragten Unternehmen geben an, für vernetzte Systeme klare Sicherheitsvorgaben, regelmäßige Updates und Zugriffskontrollen etabliert zu haben. 29 % sichern einzelne Geräte oder Anwendungen ab, jedoch nicht durchgängig. 10,5 % verlassen sich bei der Absicherung vernetzter Systeme auf die Sicherheitskonzepte der Hersteller oder Anbieter.
Eigene Vorbereitung wird unterschiedlich eingeschätzt
Bei der Einschätzung der eigenen Vorbereitung auf einen Cyberangriff ergibt sich ein differenziertes Bild. 20 % der befragten Unternehmen schätzen ihre Vorbereitung als sehr gut ein und gehen davon aus, den Betrieb sofort wieder aufnehmen zu können. Weitere 44 % geben an, gut vorbereitet zu sein und nach kurzer Zeit wieder arbeitsfähig zu sein.
Demgegenüber geben 30,5 % an, im Falle eines Cyberangriffs nur eingeschränkt arbeitsfähig zu sein. Weitere 5,5 % fühlen sich schlecht vorbereitet und rechnen mit längeren Ausfallzeiten. Einzelne Unternehmen bestätigen, gar nicht vorbereitet zu sein oder können ihre Situation nicht sicher einschätzen. Die Vorbereitung auf Cybervorfälle variiert im Handwerksumfeld stark. Während sich 64 % der Betriebe gut oder sehr gut gerüstet fühlen, sehen 36 % noch Nachholbedarf.
„Die Einschätzung im Handwerk bezüglich der Cyberresilienz liegt deutlich unter dem Niveau von größeren Unternehmen“, sagt Michael Veit, Sicherheitsexperte bei Sophos. „Für die Angreifer macht es jedoch kaum einen Unterschied, wer attackiert wird. Auch kleinere Unternehmen haben wertvolle Daten und Informationen, die Cyberkriminelle für ihre Zwecke missbrauchen. Daher ist es wichtig, dass wirkungsvolle Cybersicherheit, wenn nötig mit externer Expertise, auf einem sehr hohen Niveau stattfindet.“
Handlungsempfehlungen für Betriebe
- Klare Zuständigkeiten festlegen: Auch bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern sollten Verantwortlichkeiten und Abläufe eindeutig geregelt sein.
- Digitale Systeme systematisch berücksichtigen: IT-Systeme, Anwendungen und vernetzte Prozesse sollten regelmäßig überprüft und in Sicherheitsmaßnahmen einbezogen werden.
- Resilienz und Vorbereitung regelmäßig überprüfen: Eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Wiederanlauffähigkeit nach Cybervorfällen unterstützt die Einschätzung der tatsächlichen Situation.
- Cybersicherheit kontinuierlich weiterentwickeln: Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen sollten fortlaufend überprüft und angepasst werden.
Über die Umfrage
Grundlage der Auswertung ist eine quantitative Befragung von 200 Unternehmen, die im Dezember 2025 und Januar 2026 von Techconsult im Auftrag von Sophos durchgeführt wurde. Befragt wurden Betriebe folgender Bereiche: Bau- und Ausbaugewerbe, Elektro- und Metallhandwerk, Holz- und Kunststoffverarbeitung, Lebensmittelhandwerk, Bekleidungs-, Textil- und Lederhandwerk, Gesundheits-, Körperpflege- und Reinigungsgewerbe, Kunsthandwerk sowie Industrie mit handwerklichem Bezug, technische Dienstleistungen und weitere handwerksnahe Betriebe. Die Befragung berücksichtigte Unternehmen mit mehr als 20, 50, 100 sowie 250 Mitarbeitenden.













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