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KOMMENTAR | TJARDS WENDEBOURG

Gefesselte Hände

Als letzte Woche die Bilder aus den von den Fluten verwüsteten Regionen durch die Republik gingen, machte sich allgemeines Entsetzen breit. In den viel engeren Tälern der Nebenflüsse haben schnell fließende Wassermassen verheerende Schäden angerichtet. Da braucht es großes Gerät.
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Tjards Wendebourg
Tjards WendebourgRedaktion
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Wenn man Helfern vor Ort glauben darf, dann konnte die Feuerwehr zwar an vielen Stellen helfen. Bagger, Radlader und Raupen gehören aber nicht zum Bestand einer durchschnittlichen Feuerwehreinheit. Solche Geräte gibt es zwar beim THW oder bei der Bundeswehr. Um diese Einheiten aber in Marsch zu setzen oder zu verteilen, braucht es eben übergreifende Koordination. Aber es dauert eine Weile, bis zwischen Kommunen, Bezirksregierungen, Landesbehörden und dem Bund eine gemeinsame Linie gefunden ist. Öffentliche Strukturen sind nicht dafür gemacht, schnell zu sein.

Im Fall der Flutkatastrophe 2021 haben wir gesehen, dass Social Media – und das sage ich jetzt nur für Zweifler – auch für etwas gut sein kann. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer fühlten sich nicht nur im Stillen betroffen, sondern artikulierten ihre Betroffenheit, fanden Mitstreiter, organisierten sich und schafften in kürzester Zeit Gerät in die betroffenen Gebiete. Die Social-Media-Kanäle sind voll mit Bildern von Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtnern, die geholfen haben. Dabei zeigen sich die Helfer begeistert von dem Zusammenhalt vor Ort und dem Zuspruch der Betroffenen. Zusammen mit Landwirten, Tiefbau-Unternehmen und anderen schaffen die Privaten das, was die Einsatzkräfte nicht leisten können: Große Massen bewegen und schwere Lasten bergen.

Wenn dann die Politik ihr tragbares Podium aufstellen lässt, geht diese Hilfe oft in den Ansprachen unter. Man dankt den professionellen Verwaltern von Katastrophen – nicht aber den Unternehmern (m/w/d), die ihre Freizeit opfern, sich Gefahren aussetzen und am Ende für die Betriebsmittel selbst aufkommen müssen. Das allerwenigste ist, sie in die Dankesreden einzubeziehen. Was noch besser für das nächste Mal wäre – und das kommt gewiss – wenn wir eine Struktur schaffen, in die Helfer so eingebunden werden, dass sie ob der Geschwindigkeit unternehmerischer Entscheidungen schnell loslegen können – selbst wenn sich die Damen und Herren vom Krisenstab noch sortieren müssen. Und dazu gehört auch, dass die Möglichkeit geschaffen wird, ehrenamtliche Helfer zu entschädigen.

So kann man nur ein ganz herzliches Dankeschön an alle sagen, die sich der Sache angenommen haben. Wir sind ganz schön stolz auf eine Branche, die nicht lange fragt.

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