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Zecken und übertragene Krankheiten

Gefahr für ungeschützte Personen steigt weiter an

Die Gefahr, durch einen Zeckenstich an Borreliose oder FSME zu erkranken, wird oft verharmlost und unterschätzt. Dabei können lebenslange Gesundheitsschäden die Folge sein. Die Zeckenzeit hat bereits begonnen, Wissenschaftler belegen wachsende Zahlen an Zecken und Infektionen.

von SVLFG/Uni Hohenheim/Redaktion Quelle SVLFG/Uni Hohenheim erschienen am 26.03.2026
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Wanderröte nach Zeckenbiss auf dem Bein, Breite markiert mit Filzstift; Vorstufe von Borreliose
Wanderröte nach Zeckenbiss auf dem Bein, Breite markiert mit Filzstift; Vorstufe von Borreliose © Sara Holfelder

Zecken sind inzwischen ganzjährig aktiv, erobern selbst kühle Berglagen und verbreiten das FSME-Virus in ganz Deutschland. Parasitologin Prof. Dr. Ute Mackenstedt und Virologe Prof. Dr. Gerhard Dobler von der Universität Hohenheim stützen sich auf 25 Jahre FSME-Statistik und aktuelle Beobachtungen. Die Zahlen zeigen, wie sehr sich das natürliche Infektionsrisiko auf ungeimpfte Personen gesteigert hat. Beide raten dringend dazu, sich gegen FSME impfen zu lassen und die Impfung regelmäßig aufzufrischen (hier ausführliche Info).

Zecken beißen nicht, sie stechen – auch wenn umgangssprachlich oft vom „Zeckenbiss“ die Rede ist. Sie besitzen einen Stechrüssel mit Widerhaken. Mit diesem durchdringen sie die Haut des Menschen und verankern sich, um Blut zu saugen. Dabei können Infektionserreger übertragen werden, die zu Erkrankungen führen können.

Die Parasiten warten überwiegend an Wald- und Wegesrändern, im lichten Unterholz, in Gebüschen, an feuchten Ufern und im hohen Gras auf Tiere oder Menschen. Sie heften sich an sie, um sie zu stechen. Gefährdet sind grundsätzlich alle Personen, die sich in der Natur aufhalten. Daher gelten Landwirte, Gärtner bei der Grünpflege, Wald- und Forstarbeiter als besonders gefährdet.

Zecken suchen sich eine geeignete Einstichstelle (zum Beispiel Bauch- und Brustregion oder Kniekehle). Mit dem Stich gibt die Zecke eine betäubende Substanz ab, sodass dieser meist nicht bemerkt wird. Anschließend verhakt sie sich in der Haut ihres Opfers. Zecken können Auslöser sein für

  • die Borreliose, hervorgerufen durch Bakterien
  • die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), verursacht durch Viren
  • weitere bakterielle und virale Erkrankungen.

Berufskrankheit

In der Berufskrankheiten-Statistik der Berufsgenossenschaft (SVLFG) spielen Borreliose und FSME bei den „Von Tieren auf Menschen übertragbare Krankheiten“ (Berufskrankheit Nr. 3102 der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung – BKV) eine große Rolle. Bei den angezeigten Berufskrankheiten liegt die Borreliose mit 65 % im Mittelwert der Jahre 2020 bis 2024 auf dem vordersten Platz, gefolgt von Hautpilzerkrankungen (17 %) und weiteren Zoonosen (14 %). Die FSME macht 4 % der Fälle aus.

Gefährdungsbeurteilung

Beschäftigte zu informieren und zu sensibilisieren, ist von zentraler Bedeutung. Unternehmerinnen und Unternehmer haben ihre Beschäftigten mittels einer Gefährdungsbeurteilung zu unterweisen (siehe Material unten).

Was tun?

Eine Impfung gegen FSME ist für Gärtner zu empfehlen, denn die Krankheit ist nicht bekämpfbar. Dichte, geschlossene und möglichst helle Kleidung sowie eine Kopfbedeckung schützen gegen Zeckenstiche. Für einen dichten Abschluss von Hose und Schuhwerk kann eine Gamasche dienen. Die Kleidung sollte während und der Körper nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken abgesucht werden. Zusätzlich können Zeckenabwehrmittel (Repellentien) sowie mit Permethrin behandelte Kleidung (zum Beispiel Gamaschen) verwendet werden.

Um nach Zeckenstichen schnell reagieren zu können, sollte der Erste-Hilfe-Kasten um einen geeigneten Zeckenentferner, zum Beispiel eine gebogene College-Pinzette oder eine Zeckenkarte, sowie um ein Desinfektionsmittel zur Behandlung der Stichstelle ergänzt werden. Sollte es dennoch zu einem Zeckenstich gekommen sein, gilt Folgendes:

  • Zecke möglichst rasch und ohne zu quetschen mit einem Zeckenentferner, der an die Größe des Tieres bzw. dessen Entwicklungsstadium angepasst ist, entfernen
  • anschließend Hände und Zeckenentferner desinfizieren
  • Stichstelle desinfizieren und mit einem Stift markieren, um sie wiederzufinden
  • Stichstelle über einen Zeitraum von bis zu vier Wochen kontinuierlich beobachten
  • alternativ ein Foto vom Zeckenstich aufnehmen, auf dem die betroffene Körperregion deutlich zu erkennen ist
  • nachdem die Zecke entfernt ist, dies in einem Meldeblock dokumentieren
  • auf Wanderröte sowie grippale Symptome (Kopfschmerzen, Fieber, Muskelschmerzen) achten und bei deren Auftreten (auch nach Wochen) sofort zum Arzt gehen.

Weitere Informationen

Alle Gefährdungen und Schutzmaßnahmen stehen auch in den Informationsschriften B.01.06 „Borrelien“ und B.01.07 „FSME-Virus“. Diese sind abrufbar über die Internetseite www.svlfg.de/biologische-arbeitsstoffe.

Das Faltblatt F28 „Achtung, Zecken!“ ist verfügbar über den Link www.svlfg.de/f28.

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